Wollte Polen eine russische Rakete vertuschen?

In Polen wurden im April Reste eines "militärischen Objekts" gefunden. Berichten zufolge soll bereits geklärt sein, worum es sich handelt. Aber sollte diese Info geheim bleiben?

Bei einem im April in einem Wald in Polen entdeckten militärischen Objekt handelt es sich nach Medienberichten um eine russische Rakete. Sie sei vom Typ CH-55, berichten die Sender RMF FM und Polsat News unter Berufung auf nicht näher benannte Informanten. "Es sieht so aus, als hätte die polnische Armee den Vorfall ignoriert oder ihn vertuschen wollen", heißt es in dem Bericht von RMF FM.

Die polnischen Behörden teilten im April mit, dass in einem Wald bei dem Dorf Zamosc in der Nähe der nordpolnischen Stadt Bydgoszcz ein "militärisches Objekt" gefunden worden sei, nähere Angaben zu dessen Herkunft machten sie nicht. Es seien zudem keine Überreste von Sprengstoff gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft des Bezirks Danzig mit. Es gebe verschiedene Thesen, die geprüft würden.

Keine Gefahr für Bewohner

Das Verteidigungsministerium hatte auf Twitter mitgeteilt, die Sicherheit der Anwohner sei nicht bedroht. Der Fundort werde untersucht. Dieser liegt Hunderte Kilometer von den Grenzen Polens zur Ukraine, Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad entfernt.

Polen ist besorgt, dass sein Grenzgebiet durch den Krieg in der Ukraine in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Erst im November wurden zwei Personen in der Nähe der Grenze getötet, als eine fehlgeleitete ukrainische Luftabwehrrakete einschlug, wie die Regierung in Warschau vermutet.

https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_100173666/-militaerisches-objekt-wollte-polen-eine-russische-rakete-vertuschen-.html