Witwe von Bodo Müller legt ihm Bayern-Meisterschale in Sarg

Letzte Ehre für Bodo Müller: Der Münchner Kult-Bäcker wird beigesetzt. Kurz zuvor machte seine Witwe ihm einen ganz besonderen Gefallen.

Besonderer Abschied von Bodo Müller: Der am Donnerstag verstorbene Münchner Promi-Bäcker Bodo Müller wird am 17. Juni mit einem großen Abschiedsfest von seinen Angehörigen und Freunden verabschiedet. Zuvor erwies seine Witwe Tanja dem früheren Wiesn-Wirt noch eine rührende Geste, wie sie der "Bild"-Zeitung berichtete.

Tanja legte ihrem im Alter von 75 Jahren verstorbenen Mann die Meisterschale des FC Bayern München beim Bestatter in den Sarg, die der Rekordmeister von der Säbener Straße im Jahr 2001 errungen hatte. Bodo Müller hatte das Pokal-Original einem Spieler abgekauft, berichtete Tanja dem Blatt. Die Zeitung veröffentlichte auch ein Foto von Müller mit der Schale in seinem Sarg.

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Trauung im Juni 2015: Es war die erste und einzige Heirat des Promi-Konditors. (Quelle: imago stock&people)

Bodo Müller soll auf dem Ostfriedhof in einer Erdbestattung beigesetzt werden. Dort ziert ein riesiger Krapfen sein Grab. Müller hatte in den letzten Jahren mit den Folgen einer Parkinson-Erkrankung gekämpft. Am vergangenen Donnerstag stürzte er sich dann in der Münchner Innenstadt von einem Haus in die Tiefe.

Sein überraschender Tod hatte in der ganzen Stadt Bestürzung ausgelöst – auch beim FC Bayern, für den Müller immer wieder besondere Tortenkreationen gezaubert hatte. Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß: "„Der FC Bayern verliert mit Bodo Müller einen treuen Fan und sehr guten Freund."

Meisterschale der Bayern darf nicht im Grab bleiben

Meisterfeier in München im Jahr 2001 (Archivfoto): Bixente Lizarazu (links) und Hasan Salihamidzic feierten mit der Schale, die später an den Promi-Bäcker Müller ging.

Meisterfeier in München im Jahr 2001 (Archivfoto): Bixente Lizarazu (links) und Hasan Salihamidzic feierten mit der Schale, die später an den Promi-Bäcker Müller ging. (Quelle: Frinke/imago images)

Hoeneß kann sich gut an Müllers süße Werke erinnern: "Es war immer das Highlight zur Faschingszeit, wenn er mit seinen extra für unseren Verein kreierten Torten und Krapfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Geschäftsstelle verwöhnte."

Müllers Witwe Tanja sagte der "Bild" nun, dass ihr verstorbener Mann die Meisterschale der Bayern aber nicht mit ins Grab nehmen dürfe. So gebe es "Umweltgründe" auf dem Friedhof, die das verbieten würden. Die Schale der Bayern – für Müller war sie sein "Heiligtum", so Tanja.

Mit Müller hat München eine seiner schillerndsten Persönlichkeiten verloren: Seine Backstube am Sendlinger Tor und das Café-Zelt auf dem Oktoberfest, geführt für rund 30 Jahre, galten als Geheimtipp für Stars, Sternchen und erfahrene Wiesn-Gänger.

Hinweis: Hier finden Sie sofort und anonym Hilfe, falls Sie viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen.

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