Wasserschutzpolizei kündigt verstärkte Kontrollen an

Nachdem die Freizeitschifffahrt während der Pandemie einen Boom erlebte, wird es in den nächsten Wochen auf den Gewässern in Berlin und Brandenburg wieder voller. Um die raren Liegeplätze gibt es wieder ein Hauen und Stechen.

Zum Start in die Bootssaison will die Wasserschutzpolizei stärker auf den Berliner und Brandenburger Gewässern kontrollieren. Dabei werde man sich auf die Fahrzeuge konzentrieren, die ohne Führerschein gefahren werden dürfen, hieß es von einer Sprecherin der Behörde am Samstag.

In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass viele unerfahrene Bootsführer unterwegs sind, die kaum Kenntnisse von den Regeln auf dem Wasser haben. Das betreffe vor allem Wassermotorräder und den Charterverkehr.

Ohne Führerschein dürfen Boote mit Verbrennungsmotor bis 15 PS beziehungsweise 7,5 Kilowatt bei Elektroantrieb gefahren werden. Auch größere Charterboote dürfen in Berlin und Brandenburg nach einer Einweisung ohne Führerschein gefahren werden.

Im vergangenen Jahr habe die Wasserschutzpolizei rund 14.600 Wasserfahrzeuge kontrolliert, hieß es. Dabei wurden knapp 6.500 Ordnungswidrigkeiten geahndet - eine Verdoppelung gegenüber dem Corona-Jahr 2021. Die häufigsten Verstöße waren fehlende Bootskennzeichen, das Befahren gesperrter Flächen, unzulässiges Festmachen am Ufer, Geschwindigkeitsverstöße sowie das Befahren von Schilfgürteln. Zudem fuhr die Polizei zu 224 Schiffsunfällen.

Liegeplätze "nur mit Glück oder guten Kontakten"

Derweil sind auch in diesem Jahr die Liegeplätze in Brandenburg knapp. "Alle wollen ans Wasser", sagt der Vizevorsitzende des Verbands Brandenburgischer Segler, Karl-Heinz Hegenbart. "Bei unseren Vereinen gibt es weitaus mehr Anfragen als Liegeplätze", erklärt der Vorsitzende des Landesverbands Motorbootsport, Detlef von Jagow, in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies gelte nicht nur für den Speckgürtel um Berlin, sondern auch für die ländlicheren Regionen.

Schon vor der Corona-Pandemie waren die Vereine mit ihren im Vergleich zu den kommerziellen Marinas günstigeren Preisen für Liegeplätze sehr gefragt. Während der Pandemie mit den Einschränkungen im Alltag und im Urlaub war der Wassersport sehr beliebt. Dort waren Erholung nur mit der Familie oder als Kleingruppe möglich - und dieser Trend ist ungebrochen.

Bootsbesitzer kommen kaum noch unter

Doch fehlender Platz hindert die Vereine am Wachstum: Der Motorbootverband hat verglichen mit dem Vorjahr kaum verändert rund 2.000 Mitglieder in 34 Vereinen. Bei den Seglern sind es gut 6.000 Mitglieder in 75 Vereinen. Die Vereine hätten kaum rechtliche Möglichkeiten, ihre meist noch zu DDR-Zeiten genehmigten Anlagen zu erweitern, erläutert von Jagow. Dazu wären neue Genehmigungen fällig, die kaum erteilt würden. Ganz im Gegenteil: "Einige Vereine müssen schon um ihre Existenz fürchten, weil Kommunen die begehrten Grundstücke am Wasser an kommerzielle Anbieter verpachten oder als Baugrund für Villen nutzen wollen", sagt der Verbandspräsident.

Auch bei den kommerziellen Marinas kommen stolze Bootsbesitzer kaum mehr unter. "Da müssen Sie schon sehr viel Glück im richtigen Moment oder gute Kontakte haben, um einen Dauerliegeplatz in einer Marina im Binnenrevier zu bekommen", erläutert der Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands Wassersport, Karsten Stahlhut.

Für durchreisende Urlauber sei aber stets ein Übernachtungsplatz zu finden, hieß es.

Brandenburger Gewässer zählen zu Europas größten Wassersportrevieren

Nach Angaben der Wasserschutzpolizei gehören die Brandenburger Gewässer zu Europas größten geschlossenen Wassersportrevieren. Insgesamt umfasse das schiffbare Wasserstraßennetz 1073 Kilometer Bundes- und 564 Kilometer Landeswasserstraßen. Hinzu kommen 992 Kilometer Fließe im Spreewald. Hauptwasserstraßen in Brandenburg sind die Flüsse Oder, Spree, Havel und Elbe sowie die verbindenden Kanäle.

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