Ukraine: Russische Truppen sprengen Staudamm in Cherson

Tag 468 seit Kriegsbeginn: Russische Truppen sollen einen großen Staudamm gesprengt haben. In Kiew gab es in der Nacht eine neue Angriffswelle. Alle Infos im Newsblog.

Russische Agentur: 80 Ortschaften von Zerstörung des Staudamms betroffen

7.20 Uhr: Von der Zerstörung des Kachowka-Staudammes könnten der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge rund 80 Ortschaften betroffen sein. Das meldet Tass unter Berufung auf Notfalldienste. Weitere Einzelheiten werden zunächst nicht genannt.

Ukrainischer Präsidentenberater: Zerstörung von Staudamm ist Ökozid

7.04 Uhr: Andrij Jermak, der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, bezeichnet die Zerstörung des Kachowka-Staudammes als "Ökozid" und macht dafür Russland verantwortlich. Die ukrainischen Behörden arbeiteten daran, die Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner zu gewährleisten. Das Vorgehen Russlands sei auch eine Bedrohung für das nahegelegene Kernkraftwerk Saporischschja, schreibt Jermak auf Telegram, geht aber nicht näher darauf ein.

Selenskyj hält Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats ab

7 Uhr: Wegen der Zerstörung des Kachowka-Staudammes hält der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats ab. Das teilt der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Olexij Danilow, auf Twitter mit.

Staudamm schwer beschädigt – Evakuierungen begonnen

6.57 Uhr: Im von Russland besetzten Teil der südukrainischen Region Cherson ist der wichtige Kachowka-Staudamm nahe der Front nach Angaben beider Kriegsparteien schwer beschädigt worden. Kiew und Moskau machten sich am Dienstagmorgen gegenseitig für den Vorfall mit potenziell gravierenden Folgen verantwortlich. Das ukrainische Einsatzkommando Süd teilte mit, die russischen Besatzer hätten den Damm in der Stadt Nowa Kachowka selbst gesprengt. Der Militärgouverneur des Gebiets, Olexander Prokudin, warnte, innerhalb von fünf Stunden könne der Wasserstand eine kritische Höhe erreichen.

Auf der linken Seite des Flusses Dnipro, wo auch die von den Ukrainern befreite Gebietshauptstadt Cherson liegt, sei mit Evakuierungen begonnen worden. "Das Ausmaß der Zerstörung, die Geschwindigkeit und Menge des Wassers sowie die wahrscheinlichen Überschwemmungsgebiete werden gerade bestimmt", erklärte Prokudin.

Die russischen Besatzer hingegen machten ukrainischen Beschuss für die Schäden am Kachowka-Staudamm verantwortlich. "Das Wasser ist gestiegen", sagte der von Moskau eingesetzte Bürgermeister in Nowa Kachowka, Wladimir Leontjew, staatlichen russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Bislang gebe es aber keine Notwendigkeit, Zivilisten in Sicherheit zu bringen. Die Angaben beider Seiten konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Russland: Keine unmittelbare Gefahr für AKW Saporischschja

6.20 Uhr: Durch den Einsturz des Kachowka-Staudammes besteht nach russischer Darstellung keine unmittelbare Gefahr für das Atomkraftwerk Saporischschja. Das berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen von Russland eingesetzten Verwaltungsvertreter im besetzten Gebiet Saporischschja. Das AKW ist das größte Europas und steht seit längerem unter russischer Kontrolle.

Ukraine: Russische Truppe sprengen Staudamm in Cherson

5.43 Uhr: Der Kachowka-Staudamm in dem russisch kontrollierten Teil der ukrainischen Region Cherson ist nach Angaben des ukrainischen Militärs von russischen Streitkräften gesprengt worden. "Das Ausmaß der Zerstörung, die Geschwindigkeit und die Menge des Wassers sowie die wahrscheinlichen Überschwemmungsgebiete werden derzeit geklärt", schreibt das Kommando Süd auf seiner Facebook-Seite.

Der Damm staut den Dnipro und bildet die letzten von sechs Stauseen am Unterlauf des Flusses. Auf Twitter verbreiteten sich am frühen Dienstagmorgen bereits Videos vom gesprengten Staudamm und vom Dnipro:

Der 30 Meter hohe und 3,2 Kilometer lange Damm wurde 1956 am Fluss Dnipro als Teil des Wasserkraftwerks Kachowka errichtet. Der dadurch gebildete Stausee fasst rund 18 Milliarden Kubikmeter Wasser und versorgt das AKW Saporischschja sowie die bereits 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim.

Bürgermeister von Nowa Kachowka widerspricht laut russischer Agentur Berichten über Staudamm-Sprengung

5.35 Uhr: Der Bürgermeister der Stadt Nowa Kachowka in der von Moskau besetzten südukrainischen Region Cherson widerspricht laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Berichten über eine Sprengung des Kachowa-Staudamms. In russischen und ukrainischen soziale Medien kursierten zuvor zahlreiche Beiträge, wonach der Damm zerstört worden sei. Reuters konnte die Berichte nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine berichtet von erneuter Angriffswelle auf Kiew

4.52 Uhr: Die Ukraine berichtet von einer erneuten russischen Luftangriffswelle auf die Hauptstadt Kiew. Offizielle Stellen sprechen von 20 abgefangenen Marschflugkörpern. "Alle wurden abgeschossen, es gab keine Treffer", teilt der Chef der Militärverwaltung, Serhij Popko, auf dem Nachrichtenkanal Telegram mit. Zeugen der Nachrichtenagentur Reuters berichten, sie hätten mehrere Explosionen gehört, die sich wie Flugabwehrsysteme anhörten. In der Stadt herrscht ab kurz nach Mitternacht mehr als vier Stunden lang Luftalarm. Herabfallende Trümmerteile beschädigen Militärangaben zufolge Straßen und Stromleitungen des Oberleitungsnetzes im Kiewer Stadtteil Desnjanskyj. Der am linken Ufer des Flusses Dnipro gelegene Bezirk ist der bevölkerungsreichste Kiews. Vorläufigen Informationen zufolge gab es keine Verletzten. Reuters konnte die Berichte nicht sofort unabhängig überprüfen.

Landesweiter Luftalarm – Explosionen in Kiew zu hören

3 Uhr: In der Nacht zum Dienstag hat es Berichten zufolge erneut landesweit Luftalarm in der Ukraine gegeben. In den frühen Morgenstunden waren in verschiedenen Bezirken der Hauptstadt Kiew heftige Explosionen zu hören, wie "Ukrajinska Prawda" berichtete.

Laut Militärverwaltung und Bürgermeister Vitali Klitschko sei die Luftabwehr aktiviert worden, so das Internetportal. Im russischen Angriffskrieg verteidigt sich die Ukraine seit der Invasion vom 24. Februar 2022 gegen das Nachbarland.

Selenskyj lobt Truppen nach Erfolgen in Bachmut

2.13 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lobt das Vorrücken der Truppen in der hart umkämpften Stadt Bachmut. "Ich bin jedem einzelnen unserer Soldaten dankbar, allen unseren Verteidigern, Männern und Frauen, die uns heute die Nachrichten geliefert haben, auf die wir gewartet haben. Gut gemacht, Soldaten im Bachmut-Sektor", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Insbesondere zwei Einheiten hätten "geschickt, entschlossen und effektiv" die ukrainischen Stellungen verteidigt, die "Besatzer zerstört" und vorgerückt. Das zerstörte Bachmut liegt in der Oblast Donezk im Osten der Ukraine.

Russland: Weitere ukrainische Offensive in Donezk vereitelt

0.21 Uhr: Russland hat eigenen Angeben zufolge eine weitere Großoffensive der ukrainischen Streitkräfte in Donezk vereitelt. "Nachdem das Kiewer Regime am Vortag schwere Verluste erlitten hatte, reorganisierte es die Überreste der 23. und 31. Brigade zu separaten, konsolidierten Einheiten, die ihre Offensivoperationen fortsetzten", teilt das russische Verteidigungsministerium auf seinem offiziellen Telegram-Kanal mit. Russische Boden- und Luftkräfte hätten mit Raketen, Artillerie und schweren Flammenwerfersystemen den ukrainischen Streitkräften eine Niederlage zugefügt. Der Bericht konnte unabhängig nicht bestätigt werden, eine Stellungnahme vonseiten der Ukraine lag nicht vor. Am Montag wies die Ukraine bereits die russische Darstellung zurück, dass eine Gegenoffensive in der Donezk-Region eingeleitet worden sei.

Montag, 5. Juni

Kiew schickt Piloten für Kampfjet-Ausbildung nach Großbritannien

21.11 Uhr: Die Ukraine hat nach Angaben ihres Regierungschefs Denys Schmyhal die ersten Piloten für die Ausbildung an Kampfjets nach Großbritannien entsendet. Schmyhal dankte bei einem Treffen mit dem britischen Außenminister James Cleverly in Kiew für die Bereitschaft Londons, die ukrainischen Kampfpiloten an den Flugzeugen auszubilden.

Getreideimporte aus der Ukraine: EU-Einschränkungen verlängert

21.10 Uhr: Die Europäische Union verlängert die umstrittenen Einschränkungen für Getreideimporte aus der Ukraine. Die EU-Kommission beschloss laut eigenen Angaben, die Handelsbeschränkungen bis zum 15. September aufrechtzuerhalten, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Die Maßnahmen wären sonst in der Nacht zu Dienstag ausgelaufen. Sie seien etwa wegen begrenzter Lagerkapazitäten vor der Erntesaison weiterhin erforderlich, hieß es zur Begründung.

Die EU-Handelsbeschränkungen betreffen konkret die fünf östlichen EU-Länder BulgarienPolenUngarnRumänien und die Slowakei. Dort dürfen Weizen, Mais, Rapssamen und Sonnenblumenkernen aus der Ukraine nicht mehr frei gehandelt werden.

Kremlfeindliche Kämpfer verkünden Einnahme russischer Ortschaft

20.32 Uhr: Kremlfeindliche Kämpfer haben in der russischen Region Belgorod nach eigenen Angaben die Ortschaft Nowaja Tawolschanka unter ihre Kontrolle gebracht. Weil der russische Machtapparat sich nicht für das Schicksal der Region interessiere und die Lage nicht mehr im Griff habe, hätten sie nun das Handeln übernommen, teilte das Russische Freiwilligenkorps RDK mit. Nowaja Tawolschanka sei kein kleines Dorf, sondern ein Ort mit einst 5.000 Einwohnern. "Jetzt ist er leer", sagte ein Bewaffneter auf einem Video. Zudem verkündeten die Kämpfer, dass ein Oberst der russischen Armee, Andrej Stesev, getötet worden ist. Hier lesen Sie mehr.

Kämpfer der RDK: Ihrer Meinung nach hat der Gouverneur der Region Belgorod die Lage nicht mehr unter Kontrolle.

Kämpfer der RDK: Ihrer Meinung nach hat der Gouverneur der Region Belgorod die Lage nicht mehr unter Kontrolle. (Quelle: Screenshot/Telegram-Kanal von Russvolcorps)

Ukraine: Haben genug Waffen für die Gegenoffensive

19.55 Uhr: Die Ukraine hat nach Darstellung von Außenminister Dmytro Kuleba ausreichend Waffen für eine Gegenoffensive gegen Russland. Diese werde seinem Land den Sieg bringen, der benötigt werde, damit die Ukraine der Nato beitreten könne, sagte Kuleba am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Mitgliedschaft in der Allianz wäre für die Ukraine dabei "vermutlich" erst nach dem Ende der Kämpfe möglich, sagte Kuleba in einem Interview in Kiew.

Seiner Darstellung zufolge ist die Nato-Mitgliedschaft das nächste große Ziel auf der Agenda der Ukraine nach der Zustimmung von Verbündeten zur Ausbildung ukrainischee Piloten auf F-16-Kampfjets. "Wir (haben bereits) alle Waffen freigeschaltet." Auf Nachfrage sagte Kuleba nicht, ob die seit Monaten erwartete Gegenoffensive inzwischen eingeleitet worden sei.

Partisanen in Russland kämpfen offenbar mit Nato-Waffen

16.30 Uhr: Der Kreml bekommt die Angriffe in der Grenzregion Belgorod nicht unter Kontrolle. Die Freischärler sind gut ausgerüstet – offenbar aus Nato-Beständen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Schwer bewaffnete Kämpfer der "Legion Freiheit Russlands" (Archivbild): Die Rebellen haben offenbar ein Dorf in Belgorod eingenommen.

Schwer bewaffnete Kämpfer der "Legion Freiheit Russlands": Woher haben die Milizen ihre westlichen Waffen? (Quelle: Vyacheslav Madiyevskyy/imago images)

Russland meldet: Schlagen ukrainische Vorstöße in Donezk zurück

16.20 Uhr: Russland schlägt nach eigener Darstellung ukrainische Angriffe im Süden der Region Donezk zurück. Durch den Einsatz von Artillerie und anderen Einheiten werde die gegnerische Offensive nahe den Orten Nowodonezk und Oktjabrsk abgewehrt, teilt das Verteidigungsministerium mit. Das lässt sich derzeit nicht überprüfen.

Ukraine bestätigt "offensive Aktionen" in einigen Frontabschnitten

16.19 Uhr: Die Ukraine hat am Montag "offensive Aktionen" in einigen Frontabschnitten bestätigt und Geländegewinne nahe der zerstörten Stadt Bachmut im Osten des Landes bekannt gegeben. "In einigen Sektoren führen wir offensive Aktionen aus", erklärte die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malijar im Onlinedienst Telegram. Das Gebiet rund um Bachmut bleibe "das Zentrum der Kämpfe" und dort verzeichne die Ukraine Erfolge, fügte sie hinzu.

Ukrainische Artillerie (Archivbild):

Ukrainische Artillerie (Archivbild): "In einigen Sektoren führen wir offensive Aktionen aus". (Quelle: Kai Pfaffenbach/Reuters)

Moskau: 900 tote Ukrainer bei Gegenoffensive – Zweifel an Angaben

16.17 Uhr: Russland behauptet, eine große Gegenoffensive Kiews abgewehrt und dabei sehr viele feindliche Kämpfer getötet zu haben. Mehr als 900 Ukrainer seien an allen Frontabschnitten binnen 24 Stunden gefallen, teilte Armeesprecher Igor Konaschenkow mit. Allerdings wecken Berichte von russischen Offizieren an der Front Zweifel an diesen Zahlen. Kiew bestätigte die Verluste zunächst nicht und sprach von einer Desinformationskampagne, um die Ukrainer zu demoralisieren. Unabhängig lassen sich derartige Angaben zumeist nicht überprüfen.

Großoffensive der Ukraine: Jetzt geht es los

13.56 Uhr: Die Kampfaktivitäten in der Ukraine nehmen rasant zu. Die ukrainische Armee rückt im Osten vor. Hat die große Gegenoffensive schon begonnen? Ein Überblick zu den wichtigsten Fragen und Antworten lesen Sie hier.

Ukrainische Soldaten trainieren für die Gegenoffensive: Es gibt Anzeichen dafür, dass der Gegenangriff der Ukraine begonnen hat.

Ukrainische Soldaten trainieren für die Gegenoffensive: Es gibt Anzeichen dafür, dass der Gegenangriff der Ukraine begonnen hat. (Quelle: GLEB GARANICH/rtr)

Kommission: Jeder zweite Bunker in Kiew unbrauchbar

13.43 Uhr: Eine Untersuchungskommission hat fast die Hälfte der von ihr überprüften Luftschutzkeller in Kiew für nicht einsatzbereit erklärt. "Die Situation bleibt kritisch", schrieb der ukrainische Minister für strategische Industrien, Olexander Kamyschin, am Montag bei Telegram. Von den rund 1.850 überprüften Schutzbunkern waren seinen Angaben nach rund 45 Prozent entweder nicht einsatzbereit oder für die Prüfer nicht zugänglich.

Probleme mit dem Zugang zu Luftschutzräumen soll es in mehreren Stadtbezirken der ukrainischen Hauptstadt geben, wie Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram schrieb. Klitschko verwies zudem darauf, dass die Verwaltungen der einzelnen Stadtbezirke in den vergangenen zwei Jahren rund 1,2 Milliarden Hrywna (etwa 300.000 Euro) für den Bau von Notunterkünften erhalten hätten. Ihm zufolge wird zurzeit noch geprüft, wie diese Mittel genutzt wurden.

In der vergangenen Woche kamen bei einem russischen Luftangriff in Kiew ein Kind und zwei Erwachsene ums Leben – der nächstgelegene Luftschutzbunker war verschlossen gewesen. Der ukrainische Präsident Selenskyj wies daraufhin die Regierung an, sich darum zu kümmern, die Lage zu verbessern. Zwischen Selenskyj und Klitschko kam es daraufhin zum offenen Streit, wie Sie hier nachlesen können.

Russland: Haben ukrainische Kämpfer an Grenze abgewehrt

12.54 Uhr: Die russischen Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau einen ukrainischen Versuch abgewehrt, am Sonntag in die russische Oblast Belgorod an der Grenze vorzudringen. Mehr als zehn ukrainische Kämpfer seien dabei getötet worden, meldet die russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Ministerium. Unabhängig bestätigen kann Reuters das Kriegsgeschehen nicht.

Am Sonntag teilte eine aus russischen Kämpfern bestehende pro-ukrainische Gruppe mit, sie habe bei einem Überfall in Belgorod mehrere Soldaten gefangen genommen und werde sie den ukrainischen Behörden übergeben. Der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, berichtete von Kämpfen mit "ukrainischen Saboteuren" in der Stadt Nowaja Tawolschanka.

Kreml lobt US-Ankündigung zu Abrüstungsvertrag

12.39 Uhr: Russland hat sich offen für einen neuen Dialog mit den USA über atomare Rüstungskontrolle gezeigt. Der Kreml lobte am Montag ein Angebot des nationalen Sicherheitsberaters von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, zu Gesprächen ohne Vorbedingungen als "wichtige und positive Erklärung". Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte in Moskau: "Wir rechnen damit, dass sie mit Schritten über diplomatische Kanäle gestärkt wird. Danach kann man schon die vorgeschlagenen Dialogvarianten prüfen."

Im Februar hatte Russland den sogenannten New Start Vertrag zur Verringerung des Atomwaffenarsenals ausgesetzt. Zu einer möglichen Wiederaufnahme von Verhandlungen über Atomwaffenkontrollen sagte Peskow: "Russland bleibt offen für den Dialog. Wir halten ihn für außerordentlich wichtig. Aber wir müssen zuerst verstehen, wie dieser Vorschlag formuliert wird." Russland und die USA verfügen mit großem Abstand über die meisten Atomwaffen weltweit.

Bei der Aussetzung von New Start hatte Russland erklärt, sich weiter an die Obergrenzen des Abrüstungsvertrags bei Atomwaffen halten zu wollen. Allerdings sei es Russland aufgrund der US-Sanktionen unmöglich, US-Militärstützpunkte zu kontrollieren. Deshalb lasse man auch keine Kontrollen des eigenen Arsenals mehr zu. Die Kontrollen sind wichtiger Bestandteil des Abkommens. New Start ist der letzte noch bestehende Abrüstungsvertrag zwischen den beiden Atommächten.

Wagner-Chef räumt ukrainische Erfolge bei Bachmut ein

11.32 Uhr: Der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat Geländegewinne der ukrainischen Streitkräfte in der Nähe von Bachmut eingeräumt. Truppen der Ukraine hätten einen Teil der Siedlung Berchiwka nördlich der erst kürzlich von russischen Einheiten eingenommenen Stadt in der Ostukraine zurückerobert, teilt Prigoschin mit. Er bezeichnet dies als eine "Schande".

Jewgeni Prigoschin: Der Chef der Wagner-Truppe nannte die Erfolge der Ukrainer eine Schande.

Jewgeni Prigoschin: Der Chef der Wagner-Truppe nannte die Erfolge der Ukrainer eine Schande. (Quelle: Concord Press Office TASS/imago images)

Prigoschins Söldnertruppe hatte Bachmut im vergangenen Monat nach monatelangen Kämpfen erobert und die dortigen Stellungen inzwischen an die reguläre russische Armee übergeben. Der Wagner-Chef hat die russische Militärführung bereits mehrfach scharf kritisiert und ihr Unfähigkeit vorgeworfen.

Papst schickt Friedensgesandten in die Ukraine

10.06 Uhr: Papst Franziskus treibt seine seit Längerem angekündigte Friedensmission voran. Am Montag und Dienstag werde der italienische Kardinal Matteo Zuppi als Gesandter nach Kiew reisen, teilt der Vatikan mit. Hauptziel sei es, mit den ukrainischen Behörden mögliche Wege hin zu einem Frieden zu erörtern.

Zuppi ist Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz. Er entstammt der in Rom ansässigen Gemeinschaft Sant' Egidio, die 1992 ein Ende des Bürgerkriegs in Mosambik vermittelt hatte.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 haben sich Franziskus und der Vatikan immer wieder als Vermittler angeboten – bisher jedoch ohne Erfolg. Früheren Angaben von Insidern zufolge soll sich Zuppi bei seiner nun gestarteten Friedensmission getrennt mit Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Staatschef Wladimir Putin treffen.

Russische Ostseeflotte beginnt Manöver

9.40 Uhr: Die russische Ostseeflotte hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ein Manöver begonnen. Die Übungen sollen bis zum 15. Juni dauern. An ihnen nehmen demnach rund 40 Schiffe und Boote sowie mehr als 3.500 Soldaten teil.

Wagner soll russischen Kommandanten gefangen halten

9.06 Uhr: Die Söldner der Gruppe Wagner haben wohl einen russischen Kommandanten gefangen genommen und möglicherweise gefoltert. In einem auf Telegram veröffentlichten Video interviewt eine unbekannte Person den Mann mit dem Namen Roman Gennadiwitsch. Er stellt sich selbst als Kommandant der 72. Brigade der russischen Armee vor.

Gennadiwitsch, dessen Gesicht Spuren von Folter zeigt, erklärt, er habe betrunken auf ein Fahrzeug der Söldnergruppe geschossen. Als Grund gibt er "persönliche Abneigung" gegen Wagner an – auf Nachfrage kann er allerdings nicht begründen, warum er die zuvor erwähnte Abneigung hegen soll.

Auf Twitter ordnen Nutzerinnen und Nutzer das Video etwas anders ein. Ihnen zufolge sei Gennadiwitsch zu seinen Aussagen gezwungen worden. Wagner-Söldner hätten ihn im Anschluss an ein Feuergefecht zwischen Wagner und der russischen Armee festgenommen. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

London: Intensiver russischer Drohneneinsatz in Ukraine ohne Erfolg

8.34 Uhr: Russland hat im Mai nach Einschätzung britischer Geheimdienste mehr als 300 Angriffe mit sogenannten Kamikaze-Drohnen gegen Ziele in der Ukraine geflogen. Das sei die bisher "intensivste Nutzung dieser Waffe" gewesen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Montag mit. Russland versuche damit vermutlich, die Ukraine zum Einsatz wertvoller, moderner Flugabwehrraketen zu bringen.

Doch betonte das Ministerium: "Es ist unwahrscheinlich, dass Russland besonders erfolgreich war: Die Ukraine hat mindestens 90 Prozent der ankommenden Drohnen neutralisiert, hauptsächlich mit ihren älteren und billigeren Flugabwehrwaffen und mit elektronischen Störsendern." Das gelte auch für ein weiteres wahrscheinliches russisches Ziel: Angriffe auf die ukrainischen Streitkräfte weit hinter der Front. "Aufgrund seiner mangelhaften Zielerfassungsprozesse ist Russland jedoch nach wie vor sehr ineffizient, wenn es darum geht, solche dynamischen Ziele aus der Distanz zu treffen", hieß es weiter.

Russischer Kommandeur kontert Erfolgsmeldungen aus Moskau

8.12 Uhr: Der russische Feldkommandeur Alexander Chodakowski hat Moskauer Erfolgsmeldungen über das Scheitern einer ukrainischen Großoffensive im Donbass widersprochen. Bisher werde der Feind "von Erfolg begleitet", schrieb Chodakowski am Montag auf seinem Telegram-Kanal. Seiner Darstellung nach handelt es sich bei den Angriffen westlich von Wuhledar um eine begrenzte taktische Operation der Ukrainer. Chodakowski leitete seit 2014 die Brigade "Wostok" der Separatisten im Donbass-Gebiet. Seine Einheiten wurden nach Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine in die russische Nationalgarde eingegliedert.

Ein ukrainischer Soldat im Donbass: "Die ukrainischen Truppen werden von Erfolg begleitet", schreibt ein russischer Feldkommandeur auf Telegram.

Ein ukrainischer Soldat im Donbass: "Die ukrainischen Truppen im Donbass werden von Erfolg begleitet", schreibt ein russischer Feldkommandeur auf Telegram. (Quelle: IMAGO/Madeleine Kelly)

Zunächst hätten die ukrainischen Truppen den Eindruck erweckt, den Druck auf den Frontabschnitt Welika Nowosilka zu verstärken, wo ihnen Sonntag bereits ein Durchbruch gelungen sei. Währenddessen sei ein Stoßtrupp fast unbemerkt weiter östlich bei der Ortschaft Nowodonezke vorgedrungen. "Traditionell den Funkverkehr störend, ist es dem Feind gelungen, uns in eine schwierige Lage zu bringen", schrieb Chodakowski. Die Lage sei im Fluss.

In der Nacht zum Montag hatte Russland Armeesprecher Igor Konaschenkow erklärt, Moskau sei es gelungen, eine ukrainische Großoffensive im südlichen Teil des Gebietes Donezk zu vereiteln. Von Kiewer Seite wurden diese Berichte nicht bestätigt.

Ukrainisches Militär: Vormarsch bei Bachmut

8.01 Uhr: Das ukrainische Militär ist nach eigenen Angaben in der Nähe von Bachmut weiter vorgerückt. Den Streitkräften sei es gelungen, eine russische Stellung in der Nähe der Stadt zu zerstören, teilt der Kommandeur der Bodentruppen, Olexandr Syrskji, auf Telegram mit. "Wir rücken weiter vor."

Auf Angaben des russischen Verteidigungsministeriums, die eigenen Truppen hätten eine ukrainische Großoffensive im Süden von Donezk vereitelt, geht Syrskji nicht ein. Das zerstörte Bachmut liegt in der Oblast Donezk im Osten der Ukraine.

Gouverneur meldet Drohnenabsturz in Zentralrussland

6.53 Uhr: In der russischen Oblast Kaluga sind nach Angaben des Gouverneurs zwei Drohnen abgestürzt. Sie seien auf eine Autobahn gefallen, teilt Wladislaw Schapscha auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. "Es gab keine Detonation von Sprengstoff, das Gebiet wurde abgesperrt."

Der Vorfall ereignete sich rund 300 Kilometer von der Hauptstadt Moskau entfernt. Kaluga liegt westlich der Oblast Moskau, teilt aber keine Grenze mit der Ukraine. Beide liegen in der größeren Region Zentralrussland.

US-Präsidentschaftsbewerberin der Republikaner für Unterstützung der Ukraine

4.43 Uhr: Die republikanische Präsidentschaftsbewerberin Nikki Haley hat sich im Zuge einer Bürgerfragestunde des US-Senders CNN klar zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine positioniert. Bei der Unterstützung der Ukraine gehe es auch darum, die Freiheit zu verteidigen und der Tyrannei weltweit Einhalt zu gebieten, sagte sie bei dem Auftritt in Des Moines im Bundesstaat Iowa am Sonntagabend (Ortszeit). Damit grenzt sich die 51-Jährige, die von 2017 bis 2018 US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen war, deutlich von ihrem stärksten parteiinternen Konkurrenten und früheren Chef Donald Trump ab.

"Es geht um mehr als die Ukraine, in diesem Krieg geht es um Freiheit", sagte sie. "Was wir verstehen müssen, ist, dass ein Sieg für die Ukraine ein Sieg für uns alle ist." Tyrannen auf der ganzen Welt machten kein Geheimnis daraus, was sie vorhätten. Wenn die Ukraine gewinne, dann sende dies auch eine Botschaft an China, den Iran und Nordkorea. Es gehe nicht darum, der Ukraine Geld zu geben oder dort Truppen zu stationieren, sondern darum, mit den Verbündeten zusammenzuarbeiten und sicherzustellen, dass die Ukraine genug Ausrüstung und Munition habe, um zu gewinnen.

Selenskyj: Russland umgeht internationale Sanktionen

3.45 Uhr: Russland umgeht nach Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj internationale Waffensanktionen. In einer Videobotschaft sagt Selenskyj, dass einige Länder und Unternehmen Russland dabei behilflich seien, Technologie mit dem Schwerpunkt Raketenproduktion zu erwerben. Russland hat seit dem vergangenen Oktober Hunderte Raketen auf ukrainische Ziele abgefeuert. Moskau gelinge es, mit einem Netzwerk an Lieferanten die Strafmaßnahmen zu umgehen.

Die Ukraine wisse über alle russischen Bemühungen zur Umgehung der Sanktionen Bescheid. Kiew werde sicherstellen, dass es "keine Produkte der freien Welt in russischen Raketen gibt".

Im April hatte ein hochrangiger Berater Selenskyjs gesagt, dass die ukrainischen Streitkräfte eine zunehmende Zahl von chinesischen Bauteilen in russischen Waffen gefunden hätten, die gegen die Ukraine eingesetzt würden.

So können Sie für die Ukraine spenden

Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier finden Sie eine Auswahl an Hilfsorganisationen.

Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier.

https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100186698/news-zum-ukraine-krieg-ukraine-russische-truppen-sprengen-staudamm-in-cherson.html