Tote Feuerwehrleute in Brandhaus: Wüst und Feuerwehr äußern sich

Bei einem Großbrand in einem Motorradhaus sind zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr ums Leben gekommen. In NRW reagieren viele bestürzt.

Auf dem Gelände eines Motorradhändlers in Niederpleis in Sankt Augustin (Rhein-Sieg-Kreis) ist am Sonntagvormittag ein Feuer ausgebrochen. Zwei Feuerwehrleute kamen bei den Löscharbeiten ums Leben, wie Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, bestätigte. Auf Twitter sprach er den Angehörigen sein Mitgefühl aus.

Bei den Feuerwehrleuten handelt es sich um eine Frau und einen Mann. Sie gehörten zu den ersten Einsatzkräften vor Ort und wurden bald nach Beginn des Einsatzes vermisst. Laut Bürgermeister Max Leittersdorf waren sie "erfahrene Feuerwehrleute". Ihre Angehörigen seien informiert worden. "Dieses tragische Ereignis macht uns alle bestürzt und fassungslos", betonte der Bürgermeister nach dem Fund der Leichen.

Die betroffene Einheit, die Freiwillige Feuerwehr St. Augustin äußerte sich in der Nacht zu Montag auf Facebook: Man sei "bestürzt und fassungslos" über den Vorfall, man werde die Verstorbenen nie vergessen.

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) äußerte per Twitter seine Anteilnahme. "In tiefer Trauer gedenken wir der mutigen Feuerwehrleute, die heute ihr Leben bei einem Einsatz in Sankt Augustin verloren haben." Ihr selbstloser Einsatz verdiene den größten Respekt, schrieb er weiter. Seine Anteilnahme gelte den Hinterbliebenen.

Ebenso zeigte sich der Deutsche Feuerwehrverband betroffen. "Wir sind erschüttert!", schrieb Verbandspräsident Karl-Heinz Banse bei Twitter. Seine Gedanken seien bei den Familien der Verstorbenen.

Brandort in Niederpleis soll weiträumig umfahren werden

Nach dem Vorfall sei die gesamte freiwillige Feuerwehr von Sankt Augustin außer Dienst gestellt worden, sagte St. Augustins Bürgermeister Leitterstorf. Feuerwehrleute aus anderen Kommunen hätten die Löscharbeiten übernommen. Elf weitere Mitglieder der Feuerwehr wurden bei dem Brand verletzt, fünf von ihnen mussten in Krankenhäuser gebracht werden.

Das Feuer war im Erd- und Obergeschoss des Betriebs auf der Hauptstraße ausgebrochen. Zeitweise war über dem Laden eine 50 Meter hohe schwarze Rauchsäule zu sehen. Die Straße war verqualmt, das Gebiet um die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt.

Nach Angaben der Stadt kommt es wegen der Aufräumarbeiten nach dem Brand auch am Morgen noch zu Verkehrsbeeinträchtigungen in der Innenstadt des Stadtteils Niederpleis. Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Ebenso bleibe ein Kindergarten geschlossen.

Mehr als 200 Einsatzkräfte waren zeitweise vor Ort, um den Großbrand zu bekämpfen. Anwohnerinnen und Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten. Dafür wurde unter anderem über die Warn-App "Nina" eine Meldung verschickt. Die Brandursache blieb am Abend unklar.

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