Strenggläubige Muslime mobben wohl Mitschüler an Bonner Gymnasium

Wer gegen ihre Kleiderordnung verstößt, bekommt den Druck der Gruppe zu spüren. An einem Bonner Gymnasium drangsalieren einige Strenggläubige ihre Mitschüler.

An einem Bonner Gymnasium mobben offenbar einige strenggläubige muslimische Schüler Mitschüler anderen Glaubens. Das berichten der Bonner "General-Anzeiger" (GA) und die "Bild"-Zeitung.

Zunächst hatte der "GA" herausgefunden, dass die kleine Gruppe ihre religiösen Ideale auf dem Plittersdorfer Schulhof anscheinend für alle durchsetzen wolle. Betroffen von den Anfeindungen seien sowohl weniger strenggläubige Muslime als auch christliche Mitschüler.

Im Fokus der Gruppe, die innerhalb der selbst zu 60 Prozent muslimischen Schülerschaft nur einen Bruchteil ausmacht, stehen demnach muslimische Mädchen. Eine Schülerin habe wegen des Drucks bereits die Schule gewechselt.

Der "Bild"-Zeitung sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Köln: "Es kann bestätigt werden, dass einige Schülerinnen darüber berichtet haben, von Jungen angegangen worden zu sein, dass die Kleidervorschriften auf dem Schulhof oder im Sportunterricht nicht beachtet würden."

Das Blatt zitiert einen früheren Schüler des betroffenen Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG), der gehört habe, dass aus der Schulbibliothek immer wieder Bücher verschwunden seien, "die sich mit dem Islam auseinandersetzen". Andere Schüler nennen die im Raum stehenden Vorwürfe dem Bericht zufolge übertrieben.

Integrationsbeauftragte spricht von "Provokationen"

Die Schule ist seit mehreren Jahren Teil eines Integrationsprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen, das sich gegen islamistische Strömungen richtet. Die Bonner Integrationsbeauftragte Coletta Manemann sagte dem "GA", dass das Vorgehen der Schülergruppe im Grunde eine Provokation sei.

Weil die mit den Vorfällen konfrontierten Lehrer nur wenig über den Islam wüssten, "geraten sie schnell in die Defensive. Diese Situation stärkt die provozierenden Jugendlichen und gibt ihnen eine gewisse Macht auch gegenüber anderen Schülern."

Der Vorsitzende der Bonner Lehrer-Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Rolf Haßekus, widersprach im Deutschlandfunk am Freitagmorgen der Integrationsbeauftragten. Er sieht in den Bonner Schülern "Hardcore-Fälle". Ähnliche Fälle von jungen Menschen, die den Islam an ihrer Schule durchsetzen wollten, habe er schon öfters erlebt.

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