Serie an tödlichen Motorradunfällen erfasst die Republik

Erschreckende Bilanz eines Wochenendes. Auf deutschen Straßen starben am Samstag und Sonntag insgesamt acht Motorradfahrer. Fast immer war dabei ein Auto beteiligt.

Am Wochenende verzeichneten die Polizeistationen in weiten Teilen Deutschlands eine Serie an schweren Unfällen. Häufig daran beteiligt waren Motorradfahrer. So kam Sonntag etwa ein 28-jähriger Kraftradfahrer bei Bonn (Nordrhein-Westfalen) ums Leben, als er auf einer Kreisstraße aus bislang ungeklärter Ursache gegen einen Baumstumpf krachte.

Im Landkreis Northeim im südlichen Niedersachsen starb ein 53-jähriger Motorradfahrer bei einem Frontalzusammenstoß mit dem Auto einer 20-Jährigen und in Ibbenbüren nördlich von Münster geriet ein Motorradfahrer in den Gegenverkehr und stieß mit zwei PKW zusammen. Er starb noch an der Unfallstelle.

Dass Autos im Zusammenhang mit Motorradunfällen laut ADAC der mit Abstand häufigste Unfallgegner sind, zeigte sich am Sonntag einmal mehr, als ein Biker bei einem Unfall nahe Unterammergau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) starb. Er war auf die Gegenfahrbahn geraten und stieß dabei mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Und im unterfränkischen Landkreis Miltenberg stieß ein Motorradfahrer bei einem gescheiterten Überholmanöver mit einem Kleinbus zusammen. Auch er konnte nicht gerettet werden.

Vier tote Motorradfahrer in Deutschland an einem Tag. Das für einige Verkehrsteilnehmer verhängnisvolle Wochenende hatte bereits am Samstag einen traurigen Höhepunkt erreicht, als im Landkreis Reutlingen ein Kraftradfahrer und seine Beifahrerin bei einem Zusammenstoß mit einem Auto starben und im Landkreis Bautzen ein 22 Jahre alter Autofahrer bei einem Überholmanöver einen entgegenkommenden 63-jährigen Biker übersah und ihn bei einem Frontalzusammenstoß tödlich verletzte.

 

Überdurchschnittlich hohe Gefahr für Motorradfahrer

Besonders tragisch: Auf einem Verkehrsübungsplatz im Kreis Esslingen (Baden-Württemberg) war eine 22-Jährige während eines Fahrtrainings mit dem Motorrad gestürzt und ihren schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle erlegen. Es war bereits der zweite tödliche Unfall auf diesem Verkehrsübungsplatz in der vergangenen Woche. Bereits am vergangenen Montag war ein Ausbilder von einem Biker erfasst und tödlich verletzt worden.

Acht Tote an einem einzigen Wochenende, dazu zahlreiche weitere Unfälle, bei denen Zweiradfahrer zum Teil schwer verletzt worden sind. Die Häufung hat einen Grund: das schöne Wetter. Das Wochenende brachte für die meisten Menschen in Deutschland sommerliche Temperaturen um die 30 Grad. Das nutzten viele Motorisierte für einen Ausflug ins Grüne. Laut ADAC passieren rund 90 Prozent aller tödlichen Motorradunfälle bei schönem Wetter. Zwei Drittel davon ereignen sich auf Bundes- und Landstraßen – den klassischen Ausflugsstrecken.

Besonders häufig, nämlich in acht von zehn Fällen ist dabei ein Pkw der Unfallgegner von Bikern, aber nur in 30 Prozent der Fälle sind die Motorradfahrer die Schuldigen.

Der Verkehrsclub rät daher dazu, auf die richtige Sicherheitsausrüstung zu achten und auch bei hohen Temperaturen nicht auf die nötige Schutzkleidung zu verzichten. Auch ein Fahrsicherheitstraining sollten Zweiradfahrer nach Möglichkeit absolvieren. Dennoch bleiben Motorradfahrer im Straßenverkehr einer überdurchschnittlich hohen Gefahr ausgesetzt. So ist das Risiko für Zweiradfahrer, in einen tödlichen Unfall verwickelt zu werden laut Statistischem Bundesamt viermal höher als für Autofahrer.

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