Rostock-Lichtenhagen: Mann mit ätzender Flüssigkeit besprüht

Ein 25-Jähriger wurde in Rostock-Lichtenhagen von Unbekannten angegriffen. Es wird vermutet, dass er zuvor mit rechten Gebärden provoziert hatte.

Rostock-Lichtenhagen: Mann mit ätzender Flüssigkeit besprüht

In Rostock-Lichtenhagen ist nach einer mutmaßlichen rechten Provokation ein 25-Jähriger mit einer ätzenden Flüssigkeit attackiert worden. Der Mann sei am späten Samstagabend an seinem offenen Wohnungsfenster von Unbekannten mit einer noch unbekannten Flüssigkeit besprüht worden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei vom Sonntag. Die Täter hatten zuvor gegen das Fenster geklopft, woraufhin der Mann öffnete.

Die Flüssigkeit traf ihn laut Polizei im Gesicht und auf dem unbekleideten Oberkörper, wo sie ein Brennen und starke Rötungen verursachte. Der Mann sei von der Feuerwehr dekontaminiert und anschließend zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht worden. Eine Fahndung nach den Tätern blieb bislang erfolglos, die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Antifa verbreitete Video von Mann auf Twitter

Nach Angaben der Ermittler könnte die Tat im Zusammenhang mit einem Vorfall bei einer vorherigen Demonstration in Erinnerung an die schweren rassistischen Ausschreitungen im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen vor 30 Jahren stehen.

 

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Im Jahr 1992 hatte in Rostock-Lichtenhagen ein Mob aus Rechtsextremisten und Randalierern tagelang unter Beifall von Schaulustigen versucht, Unterkünfte von Asylbewerbern und ein Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter zu stürmen. Die Bilder gingen um die Welt und sorgten für Entsetzen.

In den vergangenen Tagen wurde der Ereignisse gedacht. Am Samstag gab es eine Demonstration gegen Rassismus durch Lichtenhagen, laut Polizei nahmen 3600 Menschen teil. Die Veranstaltung verlief friedlich.

Jedoch wurde in einem Antifa-Kanal auf Twitter ein Video von einem Mann an einem Fenster im Erdgeschoss verbreitet. Laut zugehörigem Text soll dieser den Hitlergruß gezeigt und ein T-Shirt mit rechtem Aufdruck getragen haben.

Demnach sollte sich die Wohnung direkt im sogenannten Sonnenblumenhaus-Block befunden haben, wo das Pogrom stattgefunden hat. Auch die Hausnummer war in dem Video klar zu erkennen. Die Polizei bestätigte laut der Nachrichtenagentur AFP, dass sie auch wegen des Geschehens aus dem fraglichen Twitter-Video ermittelt und eine Strafanzeige dazu prüft.

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/rostock-lichtenhagen-mann-mit-%C3%A4tzender-fl%C3%BCssigkeit-bespr%C3%BCht/ar-AA11bPZH?li=BBqgbZL