Rammstein-Coverband: Gruppe fordert Absage von Stadtfest-Konzert

Ein Rammstein-ähnlicher Auftritt auf einem Stadtfest? Das wollen in Halle an der Saale einige Menschen verhindern. Der Bassist von "Völkerball" äußert sich.

Der geplante Auftritt der Rammstein-Coverband "Völkerball" beim halleschen Laternenfest Ende August sorgt für Diskussionen in der Großstadt in Sachsen-Anhalt. Denn in einem offenen Brief an die Stadtverwaltung und den Mitteldeutschen Rundfunk, der die Feierlichkeiten mitorganisiert, fordern die grüne Stadträtin Luna Möbius und die Betreiberin einer örtlichen Buchhandlung die Absage des Coverbands-Auftritts.

Hintergrund sind die Anschuldigungen gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann: Mehrere Frauen hatten, teilweise anonym, Vorwürfe gegen Lindemann erhoben. Sie schildern als beängstigend empfundene Situationen. Bei Aftershowpartys soll es demnach auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein. Lindemann weist Vorwürfe gegen ihn zurück.

Offener Brief: Rammstein-Coverband soll nicht auftreten dürfen

In dem offenen Brief, dem sich mittlerweile unter anderem Mitglieder der halleschen Grünen Jugend und mehrere stadtweit bekannte Aktivisten angeschlossen haben, heißt es, der Auftritt der Rammstein-Coverband würde die "Aura sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauchs" in Halle auf die Bühne bringen.

Und weiter: "Es ist taktlos, auch mit den Steuerabgaben von Opfern sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauchs in Halle sowohl den Auftritt der Coverband als auch indirekt Rammstein selbst für die Vorführungserlaubnis ihrer Songs zu bezahlen."

 

Stadtverwaltung von Halle reagiert auf Offenen Brief

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren gegen Lindemann eingeleitet. Bei Verdacht auf eine Straftat muss sie ermitteln. Auch Medienberichte können dafür der Auslöser sein. Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt die Unschuldsvermutung.

Gegenüber dem Portal "Halle Spektrum" erklärte die Stadtverwaltung, dass gegen die Band "Völkerball" keine Vorwürfe vorliegen würden. Zudem sei der Vertrag mit der Gruppe bereits Mitte April unterzeichnet worden – und damit lange vor dem Aufkommen des Rammstein-Skandals in diesem Sommer.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung verteidigte sich der Bassist der "Völkerball"-Band: "Wir haben uns nichts vorzuwerfen und ich bitte, uns nicht in Mithaftung zu nehmen." Das Konzert wird der Gruppe wird damit wohl also tatsächlich stattfinden.

https://www.t-online.de/region/leipzig/id_100217514/rammstein-coverband-voelkerball-droht-konzertabsage-in-halle-an-der-saale-.html