Olympiasiegerin tot aufgefunden – Obduktion liefert Hinweise

Ihr plötzlicher Tod stellte die Ermittler zunächst vor ein Rätsel. Nun gibt es Hinweise darauf, warum Olympiasiegerin und Weltmeisterin Tori Bowie gestorben ist.

Die Leichtathletikszene in den USA stand unter Schock, als die Nachricht von Frentorish "Tori" Bowies Tod Anfang Mai bekannt wurde. Im Alter von 32 Jahren war die Olympiasiegerin und Weltmeisterin in ihrem Haus in Winter Garden, Florida, tot aufgefunden worden. Die Umstände ihres Todes blieben zunächst ungeklärt.

Wie die Zeitung "USA Today" berichtet, waren Polizisten zu Bowies Haus gegangen, um sich nach dem Wohlbefinden der Frau zu erkunden. Nachbarn hatten sich Sorgen gemacht, weil sie die Leichtathletin Tage lang nicht mehr zu Gesicht bekommen hatten. Im Haus stießen die Polizisten dann auf den Leichnam Bowies.

Bowie (r.) im Finale der 4x100 Meter-Staffel 2017 in London: Neben ihr laufen Daryll Neita (Großbritannien) und die Deutsche Rebekka Haase.

Bowie (r.) im Finale der 4x100 Meter-Staffel 2017 in London: Neben ihr laufen Daryll Neita (Großbritannien) und die Deutsche Rebekka Haase. (Quelle: John Patrick Fletcher)

Die Ermittler ordneten eine Obduktion an, dabei fanden die Gerichtsmediziner eine Eklampsie als mögliche Todesursache.

Es handelt sich bei der Erkrankung um einen relativ seltenen Symptomenkomplex, der meist ab der 20. Schwangerschaftswoche auftritt und durch schwere, plötzlich einsetzende Krampfanfälle gekennzeichnet ist. Weitere Symptome sind hoher Blutdruck, Schwellungen, Nierenschädigungen und Eiweißverlust. Voraus geht diesen Symptomen eine Prä-Eklampsie, die unbehandelt zur Eklampsie werden und schließlich zum Tod führen kann.

Litt offenbar unter Panikattacken und Verfolgungswahn

Bowie war im achten Monat schwanger, ihre ungeborene Tochter Ariana überlebte ebenfalls nicht. "Tori war ein Champion... eine echte Inspiration und ein Hoffnungsschimmer, der hell strahlte!", schrieb Bowies Management auf Twitter. "Unsere Herzen sind gebrochen und unsere Gebete gelten ihrer Familie und ihren Freunden."

Die True Vine Missionary Baptist Church in Brandon, Mississippi: Hier nahm die Familie Bowies Mitte Mai Abschied von der Leichtathletin.

Die True Vine Missionary Baptist Church in Brandon, Mississippi: Hier nahm die Familie Bowies Mitte Mai Abschied von der Leichtathletin. (Quelle: IMAGO/Barbara Gauntt/Clarion Ledger)

Die Leichtathletin war Teil der 4x100 Meter-Staffel, die bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Gold für die USA holte. Bei den Spielen in Rio sicherte sie sich mit der Silbermedaille über 100 Meter und Bronze über 200 Meter zudem den kompletten Medaillensatz. Im Jahr darauf wurde sie zudem Weltmeisterin über 100 Meter und in der 4x100-Meter-Staffel.

Nach dem Ende ihrer Karriere zog Bowie sich zurück, hatte wenig Kontakt mit ihren ehemaligen Kolleginnen. Wie ihre Agentin Kimberly N. Holland der "New York Times" berichtete, soll Bowie unter Paranoia und Angstattacken gelitten haben.

Laut einer Todesanzeige, die ihre Familie veröffentlichte, studierte Bowie das Fach Musik an der Full Sail University in Winter Park, Florida. Darüber hinaus war sie sozial engagiert, leistete schon vor ihrer Karriere einen Freiwilligendienst in einem Frauenhaus und arbeitete später mit Kindern aus unterprivilegierten Familien.

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