Neues Drama um Dschungelkinder

Der Vater der im Juni geretteten Dschungelkinder wurde festgenommen. Er soll eines der Kinder sexuell missbraucht haben.

Wochen nach der Rettung von Kindern im kolumbianischen Dschungel kommen sie erneut in die Schlagzeilen. Diesmal geht es um den Stiefvater von einem Mädchen, das mit seinen Geschwistern wochenlang in der Wildnis ausgeharrt hatten. Ihm werden sexuelle Misshandlungen und Belästigungen der 14-Jährigen vorgeworfen. Am Freitag wurde er festgenommen.

Manuel R. ist der biologische Vater von zwei der vier Mädchen, von zwei weiteren ist er der Stiefvater. Die Mutter der Stiefkinder kam beim Unfall ums Leben. Deren Vater hatte bereits im Juni, nachdem die Verschollenen entdeckt wurden, Anzeige gegen R. erstattet. Sein Schwiegersohn, so die Anschuldigungen, habe eine seiner Enkelinnen der Kinder verbal und körperlich misshandelt, eine andere sei gar Opfer sexualisierter Gewalt geworden.

Vater der geretteten Kinder bestreitet Vorwürfe

Der Beschuldigte bestreitet einem Bericht der Zeitung "El Tiempo" zufolge die Vorwürfe des Großvaters. Er wolle ihm nur die Kinder wegnehmen, um die Entschädigung für sich zu behalten. Er gab aber zu, seine Frau misshandelt zu haben. Die beiden Stiefkinder habe er wie seine eigenen behandelt.

Nach der Anzeige des Großvaters hatten die Behörden die Ermittlungen aufgenommen. Vor zwei Wochen wurde Manuel R. bereits der Zugang zu den Kindern verwehrt.

Die Mädchen waren am 1. Mai zusammen mit ihrer Mutter in einer Propellermaschine zu ihrem Vater unterwegs, als diese über dem kolumbianischen Regenwald abstürzte. Nach auch der Pilot und ein indigener Anführer, die mit im Flugzeug saßen, ums Leben kamen, waren die Kinder auf sich allein gestellt. Sie überlebten von Nahrung, die sie im Wald fanden und Lebensmittelrationen, die das Militär abgeworfen hatte. Ein Spürhund nahm schließlich eine Fährte auf, die Kinder wurden entdeckt und gerettet.

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