Neuer Bluttest kann Krebs im Frühstadium erkennen

Ein Bluttest kann laut einer Studie mehr als 50 verschiedene Tumorarten erkennnen. Das könnte künftig helfen, Krebs schneller zu entdecken und zu behandeln.

Die Krebsfrüherkennung ist ein wichtiger Fokus der Krebsforschung. Denn ein bereits vorhandener Tumor ist oft erfolgreicher behandelbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Eine neue Studie zeigt nun, dass ein Bluttest dazu beitragen könnte, die Krebsdiagnose bei Dutzenden von Tumorarten zu beschleunigen – und Patienten so schneller in eine entsprechende Behandlung zu schicken.

Die Ergebnisse der sogenannten Symplify-Studie haben Forscher auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago – der weltgrößten Krebskonferenz – vorgestellt. An der Studie nahmen 5.461 Probanden aus England und Wales mit einem durchschnittlichen Alter von 62 Jahren teil. Bei allen bestand nach einer Untersuchung beim Hausarzt der Verdacht auf Krebs.

Test schlägt bei mehr als 50 Arten von Krebs an

Die Studienteilnehmer wurden im Rahmen der Analyse mit dem sogenannten Galleri-Test untersucht. Dieser reagiert auf kleine DNA-Fragmente des Tumors im Blut und schlägt bei mehr als 50 verschiedenen Krebsarten an. Mit dem speziellen Test konnten bei der Mehrzahl der Patienten mit Symptomen Tumore entdeckt oder ausgeschlossen werden.

Mithilfe des Bluttests konnte bei zwei Dritteln der Betroffenen eine korrekte Diagnose ihrer Krebserkrankung gestellt werden. Bei 85 Prozent der Erkrankten ließ sich mit dem Test zudem verorten, wo der Tumor seinen Ursprung hatte.

Besonders genau war das Testverfahren laut der von der Universität Oxford geleiteten Studie bei älteren Probanden sowie bei Betroffenen, bei denen die Krebserkrankung bereits fortgeschritten war.

Bluttest kann Wartezeiten für Krebspatienten verkürzen

Experten begrüßen die Ergebnisse und betonen, dass der Test eine Beschleunigung der Diagnose und damit auch der Behandlung von Krebs ermöglichen könnte. Es wird jedoch weitere Forschung nötig sein, bevor der Test in den Gesundheitssystemen eingesetzt werden kann.

Es sei wahrscheinlich, dass der Test die Diagnose etwa beschleunigen könne, "wenn nicht sicher ist, welcher Schnelldiagnosepfad der richtige ist", so Mark Middleton, Professor für experimentelle Krebsmedizin in Oxford und Leiter der Studie.

"Der erste Anwendungsfall hat das Potenzial, Krebserkrankungen früher zu diagnostizieren." Der zweite und der dritte Fall würden das Potenzial bergen, die Wartezeit für Patienten zu verkürzen, und die Gesamtzahl der für die Krebsdiagnose erforderlichen Tests zu reduzieren.

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