Mutter traumatisiert – Vorwürfe gegen den Busfahrer

Eine Mutter hat ihr Kind auf einer Busfahrt entbunden. Jetzt gibt es Kritik an dem Busfahrer – er hätte früher anhalten sollen.

Plötzlich war das Kind da: Eine schwangere Frau hat vergangenen Donnerstag in einem Bus ihr Kind zur Welt gebracht. Bis ins Krankenhaus hatte sie es nicht geschafft – die Wehen setzten ein, das Kind kam schnell. Der Bus soll "nicht rechtzeitig" angehalten haben. Jetzt hagelt es Kritik am Busfahrer. Weder die Ruhrbahn Essen noch der Fahrer des Busses äußerten sich bisher auf Nachfragen von t-online zu den Vorwürfen.

Demnach soll nach Aussagen der Familie und eines Freundes die Frau bereits "den Kopf des Babys in der Hose" gehabt haben, berichtete der WDR. Daraufhin soll man nach einem Rettungswagen gerufen haben. Der Busfahrer habe nach den Angaben der Familie aber nicht reagiert oder den Hilferuf nicht wahrgenommen und hielt erst an der Haltestelle "Steeler-Bahnhof" – in der Zeit kam das Kind. Fahrgäste wurden gebeten, den Bus zu verlassen. Die Tür soll aber weiterhin offen gestanden haben, sodass alles sichtbar war, äußerte sich die traumatisierte Frau über eine Sprachnachricht im WDR.

 

Zufälliger Rettungseinsatz nahe dem Bahnhof

"Man rief uns an und sagte: Da bekommt jemand ein Kind im Bus. Die Fruchtblase war aber noch gar nicht geplatzt", erklärte ein Feuerwehrsprecher t-online. Demnach war es noch nicht "so eilig" und man habe noch gut ins Krankenhaus fahren können.

Die Frau habe aber trotzdem Glück gehabt, denn zufälligerweise war bereits ein Rettungsteam nahe des Steeler Bahnhofs parallel im Einsatz. Einsatzkräfte halfen und überbrückten so die Zeit bis zum Krankenhaus. Aus Sicht der Feuerwehr sei die Geburt gut verlaufen – die Mutter sei aber traumatisiert.

Ruhrbahn äußert sich nicht

Weder der Busfahrer noch die Ruhrbahn Essen äußern sich zu den Vorwürfen. Das Unternehmen hat mehrere Anfragen nicht beantwortet.

Wie aber RadioEssen berichtete, soll der Busfahrer den Hilferuf nicht so wahrgenommen haben, dass er an ihn gerichtet gewesen sei. Deshalb fuhr er weiter. Auch soll es im Bus eher ruhig gewesen sein, hieß es, sodass der Fahrer erst am Steeler Bahnhof die Situation bemerkte.

https://www.t-online.de/region/essen/id_100206090/essen-kind-im-bus-bekommen-vorwuerfe-gegen-busfahrer.html