Die Holländermühle Straupitz im Spreewald, aufgenommen am 21.05.2022 (Quelle: rbb|24 / Schneider).

Mehr als 1.200 Mühlen drehen noch in Berlin und Brandenburg ihre Flügel, das Müllerhandwerk zählt zum Weltkulturerbe. Am Pfingstmontag kann man sich in den teils jahrhundertealten Mühlen umsehen - und in manchen auch selber mahlen.

Am Pfingstmontag öffnen etwa 65 historische Mühlen in Brandenburg und Berlin für Besichtigungen. Anlass ist der 30. Deutsche Mühlentag. Wie die Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg mitgeteilt hat, können in Brandenburg 61 der insgesamt mehr als 200 historischen Mühlen besichtigt werden - darunter Wind-, Wasser-, Ross- und Motormühlen. Ein deutlicher Zuwachs zum vergangenen Jahr, als etwa 50 Mühlen teilnahmen.

Führungen und Kinderrätseltouren gibt es in der Mühle Vogel Standke in Beelitz (Potsdam-Mittelmark). Ein eigenes Kulturprogramm hat die Schlossmühle in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) auf die Beine gestellt. An der Elstermühle in Plessa (Elbe-Elster) öffnet das Hof-Café und es werden Führungen angeboten. In der Klostermühle Boitzenburg (Uckermark) gibt es alte landwirtschaftliche Geräte zu sehen - unter anderem Windfege oder Dreschkästen. Und auch in der Wassermühle Golmitz (Uckermark) gibt es Führungen und einen Gartenmarkt.

In Berlin öffnen vier Mühlen: die im vergangenen Jahr sanierte Britzer Mühle, Bockwindmühlen in Marzahn und Gatow sowie eine Motormühle in einer Neuköllner Bäckerei.

1.200 Mühlen in Brandenburg - nur zehn mahlen noch gewerblich

Besondere Bedeutung hat in der Region die historische Mühle von Sanssouci in Potsdam. Der Legende nach war Preußen-König Friedrich Wilhelm II. während seiner Regentschaft im 18. Jahrhundert genervt vom Geklapper der damaligen Mühle, die sich neben seinem Palast befand. Als er dem Müller drohte, er könne ihm die Mühle nehmen, ohne einen Groschen dafür zu bezahlen, soll der Müller mit dem Gang vor das Kammergericht gedroht haben. Der König soll daraufhin eingeknickt sein und den Müller und seine Mühle geduldet haben. Diese Schilderung sei aber nicht verbrieft und gehöre wahrscheinlich ins Reich der Fabeln, sagt die Mühlenvereinigung.

Insgesamt gibt es nach Angaben des Brandenburger Kulturministeriums rund 1.200 Mühlen im Bundesland. Rund 140 Mühlen werden touristisch genutzt. Mehr als 200 stehen unter Denkmalschutz, gerade mal zehn mahlen noch gewerblich. In den meisten Fällen liegt es am Engagement ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer vor Ort, dass die ansonsten verfallenden Mühlen wieder besichtigt werden können.

Die Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg fordert, die Mühlen zu erhalten und möglichst viele davon auch zu nutzen - etwa um Getreide zu Mehl zu mahlen oder als Kleinwasserkraftwerke zur lokalen Stromerzeugung.

Die 1990 gegründete Mühlenvereinigung widmet sich unter anderem der Erhaltung und Nutzung historischer Mühlen und der Unterstützung beim Restaurieren. Seit 2018 gehört das Müllerhandwerk in arbeitenden Wind- und Wassermühlen zum nationalen immateriellen Unesco-Kulturerbe.

Alle teilnehmenden Mühlen in der Region - klicken Sie auf die roten Punkte auf der Karte

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