Klitschko spricht von "Großangriff" auf Region Kiew

Tag 459 seit Kriegsbeginn: Auf Kiew hat es laut Bürgermeister Klitschko Drohnenangriffe gegeben. Militärs signalisieren einen baldigen Beginn einer Offensive. Alle Infos im Newsblog.

SPD-Chefin Esken nennt Kampfjet-Allianz deutliches Signal an Putin

6.32 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat die Bildung einer internationalen Allianz zur Unterstützung der Ukraine mit modernen Kampfjets begrüßt, sich aber zurückhaltend zu einer deutschen Beteiligung geäußert. "Die geplante Allianz ist ein sehr deutliches Signal an den russischen Präsidenten (Wladimir Putin), dass die Verbündeten der Ukraine weiterhin solidarisch an ihrer Seite stehen werden", sagte Esken der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist an Putin, diesen Krieg zu beenden, seine Truppen zurückzuziehen und damit Frieden möglich zu machen."

Die SPD-Chefin verwies darauf, dass die Bundeswehr nicht über die von der Ukraine gewünschten F-16-Jets aus US-Produktion verfüge und sie deswegen auch nicht liefern könne. "Jeder Verbündete unterstützt, wie er kann", sagte sie. Auf die Frage, ob sich Deutschland denn dann an der Piloten-Ausbildung beteiligen werde, antwortete sie: "Es gibt ja bereits eine geübte und erfolgreiche Praxis bei der Ausbildung ukrainischer Soldaten und Soldatinnen an anderen Waffensystemen westlicher Bauart, auf die wir weiterhin den Fokus legen werden."

Die Bundeswehr hat ukrainischen Soldaten unter anderem am Leopard-2-Kampfpanzer und der Panzerhaubitze, einem schweren Artilleriegeschütz, ausgebildet. Auch wenn die deutsche Luftwaffe nicht selbst über F-16-Kampfjets verfügt, könnte sie sich dennoch an der Grundausbildung von Piloten beteiligen. Geplant ist das bisher aber nicht.

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SPD-Vorsitzende Saskia Esken: "Jeder Verbündete unterstützt, wie er kann" (Quelle: IMAGO/M. Popow)

Klitschko meldet "Großangriff" auf Kiew

1.45 Uhr: In der Nacht zum Sonntag hat es erneut Luftalarm in der gesamten Ukraine gegeben. Nach Angaben des Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram seien Explosionen im Bezirk Solomyan gemeldet worden. Im Bezirk Swjatoschynskyj sei das Luftverteidigungssystem aktiviert worden. Im Bezirk Petschersk sei auf dem Dach eines neunstöckigen Gebäudes ein Feuer ausgebrochen, weil Trümmer von einer Drohne darauf gestürzt seien.

Klitschko nannte auch ein Feuer im Bezirk Holosiivskyi. Dabei seien Gebäude auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern in Brand geraten. Er sprach von mehreren Angriffswellen. Nach seinen Angaben seien mindestens 20 Drohnen abgeschossen worden. "Bleiben Sie in Ihren Unterkünften. Großangriff!" warnte er auf Telegram. Nach seinen Informationen sei eine Frau verletzt worden, als eine Drohne abstürzte, ein Mann sei ums Leben gekommen. Am frühen Sonntagmorgen wurde der Luftalarm wieder aufgehoben.

Am heutigen Sonntag ist Kiew-Tag, ein Feiertag, der gewöhnlich mit Festen und Darbietungen begangen wird. Er findet am letzten Wochenende im Mai statt. Auch in andere Städten der Ukraine wird an diesem Tag gefeiert. Er wurde 1982 während der Feierlichkeiten zum 1.500-jährigen Bestehen der Stadt eingeführt.

Putin will Grenze besser sichern

0.30 Uhr: Präsident Wladimir Putin hat offenbar eine verstärkte Grenzsicherung angeordnet, um eine "schnelle" Bewegung in die ukrainischen Regionen zu gewährleisten, die unter Moskauer Kontrolle stehen. Das wurde auf dem Telegramkanal des Kremls verkündet. Die Aussage kommt wenige Tage, nachdem Milizen in die Region Belgorod eingedrungen waren.

Selenskyj dankt Deutschland und kündigt weitere Sanktionen an

22.28 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat Deutschland für die weitere Lieferung verschiedener Verteidigungsausrüstung und Waffen gedankt. Gestärkt würden dadurch die Flugabwehr und insgesamt die Verteidigungskraft gegen den russischen Terror, sagte der ukrainische Präsident in seiner am Samstag in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Er dankte auch Finnland für ein neues Verteidigungspaket sowie Kanada und Island.

Zugleich kündigte Selenskyj noch härtere Sanktionen gegen Russland an, um den Krieg des Landes gegen die Ukraine zu beenden. Er habe 220 Firmen und 51 Personen auf die Liste derer gesetzt, die "für den Terror arbeiten". Die meisten seien Rüstungsbetriebe, die in Verbindung mit russischen Unternehmen stünden.

Die ukrainischen Behörden sammelten Daten von allen, die Russlands Krieg unterstützten und setzten sich für ihre Bestrafung auch auf internationaler Ebene ein. "Russland wird nichts gewinnen und alles verlieren. So wird es allen ergehen, die ihm in diesem Terror helfen", sagte Selenskyj. Er dankte Japan, das in dieser Woche ein neues Sanktionspaket erlassen habe. Auch die EU setzte bereits zehn Sanktionspakete gegen Russland in Kraft.

Russland betont trotz spürbarer Probleme und wirtschaftlicher Nachteile, dass die Sanktionen den Krieg in der Ukraine nicht stoppen könnten. Das Land besteht darauf, seine Kriegsziele zu erreichen. Durch den Verkauf von Öl und Gas etwa an China verdient die Rohstoffgroßmacht weiter Milliarden, die auch der Kriegswirtschaft des Landes helfen.

Ukraine signalisiert baldige Gegenoffensive

20.30 Uhr: Hochrangige Vertreter der Ukraine deuten einen baldigen Beginn des Gegenangriffs zur Rückeroberung russisch besetzter Gebiete an. Die Offensive könne "morgen, übermorgen oder in einer Woche beginnen", sagt der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, Olexij Danilow, der BBC.

Der Oberkommandierende der ukrainischen Streitkräfte, Walerij Saluschnyj, veröffentlichte online ein Video, das ukrainische Soldaten beim Ablegen eines Eids und bei Kampfvorbereitungen zeigt, und schreibt dazu: "Die Zeit ist gekommen, zurückzuholen, was uns gehört." Präsidentenberater Mychajlo Podoljak sagt dem "Guardian", vorbereitende Operationen wie die Zerstörung russischer Depots und Nachschubwege hätten bereits begonnen. Lesen Sie hier mehr zu der bevorstehenden Gegenoffensive der Ukraine.

Russische Behörden melden zwei Tote bei Angriffen in Grenzregionen zur Ukraine

19.33 Uhr: Bei erneutem Beschuss russischer Grenzregionen zur Ukraine sind nach Angaben der örtlichen Behörden am Samstag mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei einem Angriff in der Gegend um den Ort Schebekino in der Region Belgorod seien ein Wachmann getötet und weitere Menschen verwundet worden, erklärte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow. In der Region Kursk wurde laut Gouverneur Roman Starowoit ein Bauarbeiter durch Granatfeuer getötet.

In der Region Belgorod waren bereits am Freitag dutzende Angriffe gemeldet worden. Dort war es Anfang der Woche nach Angaben der russischen Armee zu Gefechten zwischen aus der Ukraine eingedrungenen Kämpfern und der russischen Armee gekommen. Mehr über die Auseinandersetzungen in Belgorod lesen Sie hier.

Moskau gibt Kiew und dessen westlichen Unterstützern die Schuld für die gestiegene Anzahl der Angriffe und Sabotage-Aktionen. Die Ukraine hat jegliche Beteiligung zurückgewiesen.

Kiews Geheimdienst räumt Beteiligung am Anschlag auf Krim-Brücke ein

15.01 Uhr: Mehr als sieben Monate nach der Explosion auf der Krim-Brücke hat der ukrainische Geheimdienstchef Wassyl Maljuk die Beteiligung Kiews daran erstmals offiziell bestätigt. "Da es sich hierbei um einen Logistikweg handelt, den wir dem Feind abschneiden mussten, wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen", sagte der Chef des Inlandsgeheimdienstes SBU in einem YouTube-Interview des ukrainischen Journalisten Dmytro Komarow.

Details des Einsatzes nannte Maljuk nicht. Er sagte zu dem Anschlag, die Ukraine habe im Einklang mit den "Traditionen der Kriegsführung" gehandelt. Die Bilder vom Brand auf der Brücke infolge der Explosion am 8. Oktober – in der Nacht nach dem 70. Geburtstag von Kremlchef Wladimir Putin – gingen um die Welt. Mehr zu der Explosion lesen Sie hier.

Flammen und Rauch nach der Explosion von der Krim-Brücke (Archivbild): Monate nach der Explosion hat der ukrainische Geheimdienst die Beteiligung Kiews offiziell bestätigt.

Flammen und Rauch nach der Explosion von der Krim-Brücke (Archivbild): Monate nach der Explosion hat der ukrainische Geheimdienst die Beteiligung Kiews offiziell bestätigt. (Quelle: Uncredited/AP/dpa)

Auch westliche Geheimdienste gingen bisher von einer Beteiligung der Ukraine aus. Maljuk hatte im Dezember lediglich Andeutungen gemacht, die Ukraine könnte etwas damit zu tun haben. Nun bestätigte er es. Moskau hatte den ukrainischen Militärgeheimdienst für den Anschlag verantwortlich gemacht. Die tagelang gesperrte, inzwischen aber reparierte Brücke, die vom russischen Festland auf die bereits 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim führt, gilt als wichtiger Versorgungsweg für den Krieg gegen die Ukraine.

Offenbar Drohnenangriffe auf Ölpipeline Druschba

13.35 Uhr: Zwei Drohnen haben Medienberichten zufolge die Ölpipeline Druschba im Nordwesten Russlands angegriffen. Der Vorfall habe sich in der Region Twer ereignet, berichtet die russische Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf Meldungen in den sozialen Medien.

Die Region liegt nördlich von Moskau und grenzt im Nordwesten an die Region Pskow. Von dort wurde ein Drohnen-Angriff auf ein Verwaltungsgebäude einer Pipeline gemeldet. Pskow wiederum grenzt an Belarus, Lettland und Estland. Weder Pskow noch Twer teilen eine Grenze mit der Ukraine.

China zu Kriegsende: Werden konkrete Vorschläge unterbreiten

11.11 Uhr: China will sich seinem Sonderbeauftragten Li Hui zufolge ernsthaft für eine politische Lösung der Ukraine-Krise einsetzen und dafür konkrete Vorschläge unterbreiten. China werde den Austausch und den Dialog zwischen allen Beteiligten – auch Russland – fördern, zitiert das chinesische Außenministerium den Sonderbeauftragten der chinesischen Regierung für eurasische Angelegenheiten.

Der hatte am Vortag während seiner Europareise, auf der er im Auftrag der Pekinger Führung die Möglichkeiten für eine Lösung des Kriegs in der Ukraine sondieren soll, in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow gesprochen.

London: Wagner mit Truppenabzug aus Bachmut wohl begonnen

11.19 Uhr: Die russische Privatarmee Wagner hat laut britischen Geheimdienstexperten offenbar begonnen, Truppen von einigen ihrer Stellungen in der ukrainischen Stadt Bachmut abzuziehen. Das teilte das Verteidigungsministerium in London in seinem täglichen Geheimdienst-Update am Samstag mit. Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hatte den Abzug am Donnerstag angekündigt und erklärt, die Stadt solle bis zum 1. Juni komplett den regulären russischen Streitkräften zur Kontrolle überlassen werden. Die ukrainische Seite hatte einen Truppenaustausch des Feindes um Bachmut bestätigt.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums sind Truppen der selbst ernannten Volksrepublik Donezk am Mittwoch wahrscheinlich in die Stadt eingedrungen, um mit Räumungsarbeiten zu beginnen. Teile der 31. Brigade der russischen Luftlandetruppen seien wohl von der Linie Swatowe-Kreminna abgezogen worden, um Bachmuts Flanken zu verstärken, hieß es. Dort hatten ukrainische Truppen bis Mitte Mai rund 20 Quadratkilometer eingenommen. Der Austausch der Wagner-Truppen gehe wahrscheinlich in kontrollierten Phasen weiter, um einen Zusammenbruch der Gebiete um Bachmut zu verhindern, hieß es in dem Geheimdienstbericht weiter.

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Auf dem Rückzug: Die Söldnertruppen "Wagner" räumen offenbar die ukrainische Stadt Bachmut – um sie an die reguläre russische Armee zu übergeben. (Quelle: IMAGO/Press service of Prigozhin)

Die Wagner-Truppen werden nach Einschätzung der britischen Experten trotz der Kritik ihres Chefs am russischen Verteidigungsministerium voraussichtlich in Zukunft für weitere Offensivoperationen im Donbass eingesetzt werden.

Experte zu Medwedew-Aussagen: "Spricht hanebüchene Dinge aus"

11.04 Uhr: Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat Vorschläge zum Ende des Ukraine-Krieges gemacht. Wie Militärexperte und Oberst a.D. Ralph Thiele diese einordnet, lesen Sie hier.

Russland weist Bidens Kritik an Atomwaffenstationierung zurück

10.25 Uhr: Russland weist die Kritik von US-Präsident Joe Biden an den russischen Plänen für eine Stationierung taktischer Atomwaffen im Nachbarland Belarus als heuchlerisch zurück. Die USA hätten seit Jahrzehnten solche Waffen in Europa stationiert, erklärt die russische Botschaft in Washington und beruft sich auf "das souveräne Recht von Russland und Belarus, ihre Sicherheit zu gewährleisten." Die von Russland ergriffenen Maßnahmen stünden in Einklang mit seinen internationalen rechtlichen Verpflichtungen.

Russland hatte am Donnerstag erklärt, es treibe die Stationierung taktischer Atomwaffen in Belarus voran. Dessen Präsident Alexander Lukaschenko teilte mit, die Waffen seien bereits unterwegs. Am Freitag sagte Biden, seine Reaktion auf entsprechende Berichte sei "äußerst negativ".

Russland: Drohne griff russische Region nahe Belarus an

10.05 Uhr: Die Explosion in der russischen Region Pskow geht nach Angaben des dortigen Gouverneurs Michail Wedernikow auf einen Drohnenangriff zurück (siehe Eintrag von 9.43 Uhr). Zwei Drohnen hätten das Verwaltungsgebäude beschädigt, schreibt er auf Telegram. Das hätten vorläufige Ermittlungen ergeben. Die Region Pskow grenzt an Belarus. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

US-Institut: Russland täuscht Verhandlungsbereitschaft vor

9.48 Uhr: Russland übt nach Einschätzung von US-Experten erneut Druck auf den Westen aus, um die Ukraine zu Verhandlungen zu drängen. Demnach solle der Westen auf die ukrainische Führung einwirken, die Bedingungen Russlands für solche Gespräche zu akzeptieren, hieß es in einer Analyse des Instituts für Kriegsstudien ISW in Washington.

Die Experten beriefen sich auf Kreml-Angaben vom Freitag, wonach der russische Präsident Wladimir Putin offen sei für Dialog. Wie in der Vergangenheit sei es nur Ziel Russlands, mit einer vorgetäuschten Verhandlungsbereitschaft den Westen in seiner Hilfe für die Ukraine zu demotivieren, hieß es. Russland wirft der Ukraine und dem Westen vor, Verhandlungen zu blockieren. Zugleich lehnt Moskau einen Friedensplan des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ab, der einen russischen Truppenabzug vorsieht. Die Ukraine und auch etwa Deutschland sind gegen ein Einfrieren des Krieges mit den von Russland besetzten Gebieten.

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Russlands Diktator Putin lehnt einen Friedensplan des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ab, der einen russischen Truppenabzug vorsieht. (Quelle: IMAGO/Mikhail Klimentyev/Kremlin Pool)

Nach ISW-Einschätzung hat Russland bisher keine Voraussetzungen geschaffen für solche Verhandlungen oder sich von seinem Maximalziel einer Kapitulation der ukrainischen Regierung verabschiedet. Es sei wahrscheinlich, dass der Kreml seine falschen Behauptungen, bereit für Gespräche zu sein, intensiviere. Zugleich sehen die ISW-Experten Versuche Chinas, mit seinem Sondergesandten Li Hui den Westen dazu zu drängen, seinen Einfluss auf die Ukraine zu nutzen, um einen Waffenstillstand zu erwirken.

Gouverneur: Explosion in russischer Region nahe Belarus

9.43 Uhr: In der russischen Region Pskow nahe der Grenze zu Belarus ist es nach Angaben des Gouverneurs Michail Wedernikow zu einer Explosion gekommen. Ein Verwaltungsgebäude einer Ölpipeline sei beschädigt worden, teilt Wedernikow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es gebe keine Verletzten, Einsatzkräfte seien vor Ort. Weitere Informationen gab es zunächst nicht.

EU hat 200 Milliarden Euro von russischer Zentralbank eingefroren

8.46 Uhr: Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) haben einem Bericht zufolge insgesamt 200 Milliarden Euro der russischen Zentralbank eingefroren. Das teilte die EU-Kommission der "Welt am Sonntag" mit. Insgesamt beläuft sich die Zahl des festgesetzten Auslandsvermögens der Notenbank in den G7- und EU-Ländern laut dem Bericht auf rund 300 Milliarden Euro.

In der EU wurden dem Bericht zufolge Vermögenswerte russischer Oligarchen in Höhe von 24,1 Milliarden Euro festgesetzt. Damit seien 1.473 Oligarchen und 205 Firmen sanktioniert worden. Ende Dezember hatte die Summe des eingefrorenen Vermögens 18,9 Milliarden Euro betragen. Die deutschen Behörden haben in den vergangenen drei Monaten derweil kein zusätzliches Vermögen festgesetzt, wie das Bundesfinanzministerium der "Welt am Sonntag" mitteilte.

Zentralbank in Russland: Die USA bereiten offenbar Sanktionen vor, die besonders den Bankensektor des Landes treffen sollen.

Die russische Zentralbank, auch "Bank von Russland" genannt, in Moskau: Die EU hat 200 Milliarden Euro eingefroren. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)

Dem Ziel, Russland für den Wiederaufbau der Ukraine bezahlen zu lassen, kommt die EU dem Bericht zufolge nicht näher. Brüssel dürfe das russische Geld nicht beschlagnahmen, teilte ein Kommissionssprecher mit. Es müsse zurückgegeben werden, sobald die Sanktionen aufgehoben werden. Die Diskussionen über einen Alternativplan, die Gelder am Kapitalmarkt zu investieren und Kiew die Erlöse daraus zu überweisen, "dauern noch an". Eine Entscheidung sei frühstens beim nächsten Gipfel des Europäischen Rates Ende Juni zu erwarten.

Hunderte deutsche Beamte müssen Russland verlassen

8.15 Uhr: Hunderte deutsche Staatsbedienstete müssen Russland verlassen, das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Vor allem Kulturmittler und Lehrkräfte sind demnach betroffen. Zuvor hatte Deutschland versucht, getarnte russische Geheimdienstmitarbeiter loszuwerden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bundeswehr verlegt Patriot-Systeme nach Litauen

2 Uhr: Die Bundeswehr sichert den Nato-Gipfel im Juli in Vilnius mit ab und verlegt dafür Patriot-Flugabwehrsysteme aus der Slowakei nach Litauen. Der Patriot-Einsatz in der Slowakei werde deshalb bald beendet, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag laut Mitteilung in Berlin. "Wir werden die Slowakei weiter mit zahlreichen Projekten und starker Truppenpräsenz direkt vor Ort bei der Wahrung ihrer Sicherheitsinteressen unterstützen." Der Nato-Gipfel findet am 11. und 12. Juli in Litauens Hauptstadt statt.

Eine Rakete wird von einem Patriot-System abgefeuert (Archivbild): Deutschland verlegt einige Systeme nach Litauen.

Eine Rakete wird von einem Patriot-System abgefeuert (Archivbild): Deutschland verlegt einige Systeme nach Litauen. (Quelle: Yonhap/dpa)

Freitag, 26. Mai

Bericht: Ukraine bittet Deutschland um Marschflugkörper Taurus

22.07 Uhr: Die Ukraine hat Deutschland einem Zeitungsbericht zufolge um die Lieferung des deutschen Marschflugkörpers vom Typ Taurus gebeten. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, bestätigte das Bundesverteidigungsministerium die Anfrage aus der Ukraine.

Ob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj persönlich diese Bitte an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gerichtet hat, was Informationen der Zeitung nahelegten, wollte ein Sprecher der Bundesregierung der "FAS" zufolge nicht kommentieren.

Taurus-Marschflugkörper haben eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Sie werden von Kampfflugzeugen abgeworfen und finden ihre Ziele selbstständig. Der Lenkflugkörper kann Radar unterfliegen. Er gilt als wirksame Waffe gegen geschützte Ziele wie Kommandobunker oder Munitionsdepots.

Will Russland Unfall am AKW Saporischschja simulieren?

21.39 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst wirft Russland vor, in den kommenden Stunden einen Unfall am von russischen Soldaten besetzt gehaltenen Atomkraftwerk Saporischschja simulieren zu wollen. Dabei solle der Austritt radioaktiver Stoffe gemeldet und die Ukraine dafür verantwortlich gemacht werden, schreibt der ukrainische Geheimdienst auf seiner Webseite. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. In der Vergangenheit hatte die Ukraine schon mehrmals vor einem solchen Szenario gewarnt – ohne dass es bislang eingetreten wäre.

Russische Kräfte kontrollieren die Anlage mit sechs Reaktoren seit März vergangenen Jahres. Seitdem wird das Atomkraftwerk immer wieder beschossen. Saporischschja im Süden der Ukraine ist das größte Atomkraftwerk in Europa.

Zuvor hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Freitag angekündigt, dem UN-Sicherheitsrat am Dienstag einen Plan zum Schutz des AKWs zu präsentieren. Grossi, der über ein Expertenteam vor Ort verfügt, hatte das AKW Ende März besucht und danach vor der "sehr realen Gefahr eines atomaren Unfalls" gewarnt.

Putin lädt Lula nach St. Petersburg ein – der lehnt ab

19.59 Uhr: Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat eine Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin nach St. Petersburg in einem Telefongespräch abgelehnt. "Ich habe (Putin) für die Einladung zum Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg gedankt und geantwortet, dass ich zurzeit nicht nach Russland kommen kann", schrieb Lula am Freitag auf Twitter. Hier lesen Sie mehr zu Lulas Absage.

Luiz Inácio Lula da Silva: Der brasilianische Präsident will nicht zum Internationalen Wirtschaftsforum nach St. Petersburg.

Luiz Inácio Lula da Silva: Der brasilianische Präsident will nicht zum Internationalen Wirtschaftsforum nach St. Petersburg. (Quelle: Frederico Brasil/imago images)

Scholz dämpft Erwartungen auf baldigen Nato-Betritt der Ukraine

19.28 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat eineinhalb Monate vor dem Nato-Gipfel im litauischen Vilnius die Erwartungen auf einen baldigen Beitritt der Ukraine zu dem Verteidigungsbündnis gedämpft. Bei dem Gipfel werde es "vor allem darum gehen, die konkrete Unterstützung für die Ukraine in dieser Situation zu organisieren", sagte Scholz nach einem Treffen mit Vertretern der baltischen Staaten am Freitag in Tallinn auf eine Frage zum Wunsch Kiews nach einer offiziellen Einladung durch die Nato auf dem Gipfel im Juli.

Die Frage, um die es jetzt gehe, sei, "wie wir die Kooperation in der konkreten Situation des russischen Angriffs auf die Ukraine verbessern können und wie wir klarmachen können, dass wir diese Unterstützung so lange aufrechterhalten werden, wie das notwendig ist", erläuterte Scholz.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte am Mittwoch erklärt, die Mitgliedsländer seien in der Frage des Beitritts der Ukraine gespalten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zum Nato-Gipfel am 11. und 12. Juli in der litauischen Hauptstadt Vilnius eingeladen.

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Selenskyj und Scholz: Die Ukraine will der Nato beitreten. (Quelle: Christoph Soeder)

Ukraine: 48 Kampfjets vom Typ F-16 zur Befreiung des Landes

15.31 Uhr: Zur Befreiung von der russischen Besatzung erwartet die Ukraine nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew 48 F-16-Kampfflugzeuge. "Vier Geschwader von F-16 (48 Flugzeuge) sind genau das, was wir brauchen, um unser Land von dem Aggressor zu befreien", teilte das Ministerium auf Twitter mit.

Dazu veröffentlichte die Behörde eine Karikatur von einem Menschen, der einen Turm des Moskauer Kremls an einer Gemüsereibe mit Klingen in der Form von Flugzeugen raspelt. Zuletzt hatten die Luftstreitkräfte von Dutzenden Fliegern gesprochen, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Die Ukraine verbindet große Hoffnungen mit den in Aussicht gestellten Kampfjets des US-Typs F-16. Sie würden nicht nur die Verteidigung des Landes stärken, sondern wären ein starkes Signal dafür, dass Russland mit seiner Aggression scheitern werde, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch. Dagegen erklärte Russland, dass die Kampfjets zu Zielen für das russische Militär würden. In Moskau hieß es auch, dass die Flugzeuge für den Kriegsverlauf nicht entscheidend seien.

Selenskyj: Ein Toter bei russischem Raketenangriff auf Klinik in Dnipro

12.07 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf eine Klinik in der ukrainischen Stadt Dnipro ist nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Mensch getötet worden. 15 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte der Präsident im Onlinedienst Telegram. Selenskyj veröffentlichte ein Video, auf dem stark beschädigte Gebäude mit schwarzen Rauchwolken zu sehen sind.

Rettungskräfte seien vor Ort, um Opfer zu retten und Trümmer zu beseitigen, erklärte Selenskyj. Mit dem Angriff auf eine medizinische Einrichtung "bestätigen russischen Terroristen erneut ihren Status als Kämpfer gegen alles Menschliche und Ehrliche". Örtliche Medien veröffentlichten Aufnahmen von Rettungskräften, die verletzten Menschen helfen, durch Gänge voller Trümmer aus der Klinik zu fliehen.

Ukraine und Russland melden Angriffe und Explosionen

11.57 Uhr: Die Ukraine und Russland haben neue Angriffe der jeweils gegnerischen Seite sowie mehrere Explosionen gemeldet. Russland habe 17 Raketen unterschiedlicher Typen und 31 sogenannte Kamikaze-Drohnen vom iranischen Typ Shahed-136/131 auf die Ukraine abgefeuert, teilten die Luftstreitkräfte in Kiew mit. 10 Marschflugkörper und 23 Shahed-Drohnen sowie 2 Aufklärungsdrohnen seien abgeschossen worden, hieß es. Die Angriffe, von denen erneut auch die Hauptstadt Kiew betroffen war, hätten bis fünf Uhr morgens gedauert. Im ganzen Land gab es nachts Luftalarm. Auch in Russland gab es Berichte über Angriffe von ukrainischer Seite.

Einschläge habe es in der Ukraine in den Gebieten Charkiw und Dnipropetrowsk gegeben, teilten die ukrainischen Behörden mit. In Dnipro meldete die Militärverwaltung Explosionen. Getroffen worden sei ein Krankenhaus. "Stand jetzt ist eine Person gestorben und 15 wurden verletzt", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seinem Telegram-Kanal. Medien verbreiten Bilder, die schwere Schäden am Krankenhaus zeigen.

Dnipro: Feuer nach dem Einschlag einer russischen Rakete.

Dnipro: Feuer nach dem Einschlag einer russischen Rakete. (Quelle: DNIPROPETROVSK REGIONAL MILITARY/rtr)

Darüber hinaus sind nach Behördenangaben zwei Unternehmen, eine Tankstelle und ein Hausgrundstück beschädigt worden. Ein Mitarbeiter der Tankstelle sei verletzt worden. Russland habe massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen, hieß es.

Auch in Kiew war die Flugabwehr erneut wegen Raketenbeschusses aktiv. Der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Serhij Popko, sagte, dass Trümmerteile einer abgeschossenen Rakete das Dach eines Einkaufs- und Vergnügungszentrums beschädigt hätten. An anderer Stelle sei ein Haus getroffen worden. Auch Autos auf einem Parkplatz wurden demnach beschädigt. Es gebe keine Verletzten, sagte Popko.

Scholz will "zu gegebener Zeit" wieder mit Putin sprechen

6.02 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat Russland davor gewarnt, auf ein Einfrieren des Krieges gegen die Ukraine entlang des bisher eroberten Territoriums zu setzen. "Russland muss verstehen, dass es nicht darum gehen kann, eine Art kalten Frieden zu schließen – indem etwa der nun bestehende Frontverlauf zur neuen "Grenze" zwischen Russland und der Ukraine wird. Das würde Putins Raubzug nur legitimieren", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag). "Es geht vielmehr um einen fairen Frieden, und Voraussetzung dafür ist der Rückzug von russischen Truppen."

Offen ließ der Kanzler die Frage, ob dies auch für die seit 2014 von Russland besetzte Halbinsel Krim gelte. Auf die Frage, ob seine Bedingung auch für die Krim gelte, bekräftigte er lediglich seine Aussage: "Der Rückzug von Truppen. Es ist nicht unsere Sache, anstelle der Ukraine zu formulieren, welche Vereinbarungen sie treffen will." Scholz benutzte die unbestimmtere Formulierung "Rückzug von Truppen" und nicht etwa "Rückzug der Truppen", worunter verstanden werden könnte: aller Truppen.

Scholz wich auch der Frage aus, ob der russische Präsident Wladimir Putin stürzen müsse. "Ich halte nichts von solchen spekulativen Fragestellungen. Es wird am Ende eine Vereinbarung zwischen den Regierungen in Moskau und Kiew geben müssen", sagte der Kanzler. Sein letztes Telefonat mit dem Kremlchef sei schon einige Zeit her. "Ich habe aber vor, zu gegebener Zeit auch wieder mit Putin zu sprechen."

Selenskyj: Mehr russische Kriegsgefangene für Austausch nehmen

4.11 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief seine Truppen auf, mehr russische Soldaten gefangen zu nehmen. "Jeder an der Front sollte daran denken: Je mehr russische Kriegsgefangene wir nehmen, desto mehr unserer Leute werden zurückkehren", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Donnerstag.

Er begrüßte einen Gefangenenaustausch, bei dem 106 ukrainische Militärangehörige von der russischen Seite übergeben worden seien. Sie hatten im Gebiet der inzwischen fast völlig zerstörten Stadt Bachmut gekämpft, wie Selenskyj sagte. Darunter seien acht ukrainische Offiziere. Viele der zurückgekehrten Militärs hätten zuvor als vermisst gegolten. Selenskyj machte keine Angaben dazu, wie viele Russen bei dem Austausch am Donnerstag übergeben wurden.

Luftalarm in der gesamten Ukraine

2.55 Uhr: In der Nacht zum Freitag ist erneut Luftalarm in allen Regionen der Ukraine ausgelöst worden. Nach bislang unbestätigten Berichten sollen russische Bomber, die mit Marschflugkörpern ausgestattet sind, gestartet sein. Auch aus dem kaspischen Meer sollen Raketen aufgestiegen sein. In Kiew soll die Luftabwehr aktiviert worden sein. Aus der Ukraine gibt es noch keine offiziellen Berichte über mögliche Explosionen oder Abwehrmaßnahmen. Am frühen Morgen wurde der Alarm in einigen westlichen Regionen der Ukraine wieder aufgehoben.

Medwedew: Konflikt könnte Jahrzehnte dauern

2.50 Uhr: Wie die russische Nachrichtenagentur RIA berichtet, könnte der Krieg in der Ukraine nach Aussagen des russischen Ex-Präsidenten Dmitri Medwedew Jahrzehnte dauern. Wie Medwedew gegenüber der Agentur erklärt, könnte es "drei Jahre Waffenstillstand geben, dann wieder zwei Jahre Konflikt und dann wird sich alles wieder wiederholen". Der ehemalige Präsident und stellvertretender Vorsitzender von Putins Sicherheitsrat hat sich der Agentur zufolge im Rahmen eines Besuchs in Vietnam zum Thema geäußert.

Moskau droht erneut mit Ende des Getreideabkommens

0.45 Uhr: Russland droht damit, das bestehende Getreideabkommen über den sicheren Export aus drei ukrainischen Schwarzmeerhäfen in Kriegszeiten nicht über den 17. Juli hinaus verlängern zu wollen. Für ein Fortbestehen des Abkommens müssten erst bestimmte Forderungen erfüllt werden, wie das russische Außenministerium erklärt. Konkret handelt es sich dabei um die Wiederinbetriebnahme einer Pipeline, die russisches Ammoniak zum ukrainischen Schwarzmeerhafen Pivdennyi transportiert, sowie die Wiederanbindung der russischen Landwirtschaftsbank Rosselkhozbank an das internationale Zahlungsnetzwerk SWIFT.

Donnerstag, 25. Mai

Russland meldet Drohnenangriff in Region Rostow

23.15 Uhr: In der russischen Region Rostow ist nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria eine Drohne abgeschossen worden. Sie bezieht sich auf Aussagen von Gouverneur Wassili Golubew. "Im Raum Morozovsk ist ein Luftverteidigungssystem losgegangen und hat eine ukrainische Rakete abgeschossen. Das Militär macht seinen Job", schrieb er auf seinem Telegram-Kanal.

Südlich der Stadt befindet sich ein russischer Militärflughafen. Auf Twitter wurden Videos veröffentlicht, die ein leuchtendes Objekt am Himmel zeigen. Sie konnten nicht unabhängig bestätigt werden.

Auch aus der russisch besetzten Stadt Berdyansk, die westlich von Mariupol gelegen ist, gab es Berichte über eine Explosion am späten Abend. Ebenso soll es im russischen Krasnodar einen Luftangriff gegeben haben.

EU: China soll Russland vom Abzug aus der Ukraine überzeugen

22.14 Uhr: Die Europäische Union hat China aufgefordert, auf einen Rückzug Russlands aus der Ukraine hinzuwirken. Die EU erwarte von China, dass es an einem "sofortigen und bedingungslosen Abzug aller russischer Streitkräfte und der gesamten Militärausrüstung" vom gesamten Gebiet der Ukraine arbeite, teilte das Büro des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Donnerstag in Brüssel mit. Zuvor hatte Borrells Stellvertreter, Enrique Mora, den chinesischen Sondergesandten für die Ukraine, Li Hui, zu Gesprächen über eine politische Lösung im Ukraine-Konflikt empfangen.

Am Freitag wird Li im Rahmen seiner Europareise zu einem Besuch in Moskau erwartet. In den vergangenen Tagen war der Sondergesandte bereits nach Polen, die Ukraine, Frankreich und Deutschland gereist.

In dem Gespräch habe Mora mit Li die Möglichkeiten für einen "gerechten und dauerhaften Frieden" erörtert, hieß es weiter. Der EU-Vertreter habe betont, dass die Ukraine das Recht habe, sich selbst zu verteidigen und dass die EU bereit sei, das Land "langfristig" zu unterstützen. Mora und Li hätten vereinbart, "im Austausch zu bleiben" und weiter auf einen "belastbaren Frieden" in der Ukraine hinzuarbeiten.

Ukraine: Bei Gefangenen-Austausch 106 Soldaten aus Bachmut befreit

18.55 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben im Zuge eines Gefangenen-Austausches die Freilassung von 106 Soldaten erreicht. Die Soldaten, darunter acht Offiziere, seien bei Kämpfen Bachmut gefangen genommen worden, teilt Regierungsmitarbeiter Andrij Jermak mit. "Jeder einzelne von ihnen ist ein Held unseres Staates."

Lukaschenko: Russland hat mit Verlegung von Atomwaffen nach Belarus begonnen

17.59 Uhr: Russland hat nach Angaben des belarussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko mit der Verlegung von Atomwaffen nach Belarus begonnen. "Die Verlegung atomarer Kampfstoffe (...) hat schon begonnen", antwortete Lukaschenko am Donnerstag in einem Webvideo auf die Frage einer Journalistin nach den russischen Nuklearwaffen.

Kremlchef Wladimir Putin hatte die Stationierung von Atomwaffen im Nachbarland Ende März angekündigt. Damals sagte er in einem Fernsehinterview, er habe mit seinem belarussischen Kollegen Lukaschenko vereinbart, dass Russland und Belarus nun "Dasselbe tun" wie die USA auf dem Gebiet ihrer Verbündeten.

Das seit 1994 von Lukaschenko regierte Belarus grenzt nicht nur an Russland und die Ukraine, sondern auch an die EU-Mitgliedstaaten Polen und Litauen.

Alexander Lukaschenko ist Machthaber in Belarus.

Alexander Lukaschenko ist Machthaber in Belarus. (Quelle: Ilya Pitalev/imago images)

Russland schließt schwedisches Konsulat und weist fünf Diplomaten aus

17.55 Uhr: Russland hat fünf schwedische Diplomaten ausgewiesen und schließt außerdem das Konsulat des skandinavischen Landes in St. Petersburg. Botschafterin Malena Mard sei einberufen und über Moskaus Antwort auf Schwedens "Konfrontationskurs" informiert worden, teilte das russische Außenministerium am Donnerstag mit. Die fünf schwedischen Diplomaten seien jeweils zur "persona non grata" erklärt worden, hieß es. Zudem schließt Russland zum 1. September sein Generalkonsulat in Göteborg, wie das Außenministerium weiter mitteilte.

Moskaus Entscheidung folgte auf die im April von der Regierung in Stockholm verfügte Ausweisung fünf russischer Diplomaten. Die Entscheidung war von der schwedischen Regierung damit begründet worden, dass die Aktivitäten der Ausgewiesenen mit ihrem diplomatischen Status "unvereinbar" gewesen seien. Moskau bezeichnete die Ausweisungen als "offen feindlichen Schritt" und warf Schweden eine "russlandfeindliche Kampagne" vor.

Schwedens Außenminister Tobias Billström bezeichnete die jetzige Replik Moskaus als "sehr bedauerlich". Die fünf schwedischen Vertreter hätten sich entsprechend dem Wiener Übereinkommen für diplomatische Beziehungen verhalten, erklärte er. Das Generalkonsulat in St. Petersburg sei eine "treibende Kraft" für die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Russland und Schweden. "Die heutige Entscheidung ist daher eine weitere Bestätigung für die negativen politischen Entwicklungen in Russland und die internationale Isolation des Landes", betonte der schwedische Außenminister.

Kiew bestätigt Abzug von Wagner-Söldnern aus Bachmut

14.02 Uhr: In den Vororten von Bachmut werden die Wagner-Truppen durch reguläre russische Soldaten ersetzt. Das bestätigte die ukrainische Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar am Donnerstag. Prigoschins Kämpfer seien aber noch in der Stadt selbst. Zuvor hatte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin am Morgen gesagt, die russischen Wagner-Söldner hätten mit dem Abzug aus der ostukrainischen Frontstadt begonnen.

Die ukrainischen Streitkräfte selbst würden derzeit die Vororte im Südwesten von Bachmut kontrollieren, sagte Maljar. Der Feind versuche, den Vormarsch der Kiewer Truppen an den Flanken durch Artilleriefeuer zu stoppen. Zudem zögen die Russen zusätzliche Kräfte zusammen, um ihre Flanken zu sichern, sagte sie.

Nach Darstellung Maljars wurden auch Vorstöße der russischen Truppen in verschiedenen Richtungen zurückgeschlagen und verhindert. Die Aktionen der Russen hätten keine Erfolge, meinte sie. Insgesamt bleibe der Osten des Landes das "Epizentrum" der russischen Angriffe. Die Angaben der Kriegsparteien ließen sich nicht unmittelbar unabhängig überprüfen.

Russland wirft Ukraine versuchte Anschläge auf AKW vor

13.30 Uhr: Der Kreml wirft der Ukraine Anschlagspläne gegen Hochspannungsleitungen zweier Atomkraftwerke im Norden Russlands vor. "Tatsächlich halten die feindseligen Handlungen des Kiewer Regimes gegen unser Land an", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Donnerstag. Damit kommentierte er Meldungen des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB über die Festnahme zweier Männer, die angeblich Hochspannungsleitungen zu Atomkraftwerken sprengen und damit die Nuklearanlagen außer Betrieb setzen wollten.

Nach Angaben des FSB gab es einen Sabotageversuch bereits vor dem 9. Mai, an dem Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg begeht. Die Täter hätten versucht, rund 30 Hochspannungsleitungen zu sprengen, die zu Kernkraftwerken im Leningrader Gebiet um St. Petersburg und im Gebiet Twer 350 Kilometer nördlich von Moskau führten. Dies sollte einen Ausfall der Atomreaktoren und eine Notabschaltung provozieren. Zwei verdächtige Ukrainer seien festgenommen, ein weiterer zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Der FSB berichtet immer wieder über angeblich vereitelte Terroranschläge, die auf das Konto ukrainischer Saboteure gehen sollen. Moskau begann vor 15 Monaten seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine und besetzte dabei unter anderem auch das Atomkraftwerk Saporischschja. Wegen der Kämpfe rund um die Anlage und mehrfachen Beschusses ist international die Sorge vor einem Atomunglück groß.

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Ein russischer Soldat bewacht einen Bereich des Kernkraftwerks (Archivbild): Das Foto wurde während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommen. (Quelle: -)

Selenskyj-Berater: Ukrainische Gegenoffensive läuft bereits

13.25 Uhr: Die seit Langem erwartete ukrainische Gegenoffensive gegen Russlands Truppen hat nach Auskunft des ukrainischen Präsidentenberaters Mychajlo Podoljak begonnen. "Die Gegenoffensive läuft schon seit Tagen", sagte er in einem Interview des italienischen Fernsehens am Mittwochabend. "Dies ist ein intensiver Krieg entlang einer Grenze von 1.500 Kilometern. Unsere Aktionen haben bereits begonnen", ergänzte Podoljak, ein Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, laut italienischer Übersetzung.

Zugleich bestritt er, dass Kiew an den Angriffen in der russischen Region Belgorod beteiligt sei. Russland und Kremlchef Wladimir Putin seien nicht mal in der Lage, ihr eigenes Territorium zu verteidigen, bemerkte Podolyak. Er meinte weiter: "Das, was in der Grenzregion passiert, ist ein Schock für Putin und wird zu seinem Ende führen."

Der Berater sagte generell, dass die Ukraine russisches Gebiet nicht attackieren wolle. An die italienische Journalistin gerichtet sagte er: "Wir benutzen die Waffen, die ihr uns gegeben habt, um russische Stellungen in den von Moskau besetzten Gebieten zu zerstören, Donbass und Krim eingeschlossen." Falls F16-Kampfflugzeuge geliefert würden, könnte "endlich" der Luftraum geschlossen werden, sagte Podolyak.

Ein Himars-Mehrfachraketenwerfer (Symbolbild): Die Ukraine ruft nach wesentlich mehr Waffenhilfe.

Ein amerikanischer Raketenwerfer vom Typ Himars wird von ukrainischen Truppen gegen Russland eingesetzt. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Moskau bestellt deutschen Botschafter ein

13.20 Uhr: Das russische Außenministerium bestellt die Botschafter Deutschlands, Schwedens und Dänemarks wegen des Vorwurfs mangelnder Fortschritte bei der Aufklärung der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines ein. Das Ministerium in Moskau erklärt, man protestiere gegen ein "vollständiges Fehlen von Resultaten" bei den Ermittlungen zu dem Sabotage-Akt vom September vergangenen Jahres.

Prigoschin: Wagner beginnt Abzug aus Bachmut

9.22 Uhr: Die russischen Wagner-Söldner haben nach Angaben ihres Chefs Jewgeni Prigoschin mit dem Abzug aus der ostukrainischen Frontstadt Bachmut begonnen. Das sagte Prigoschin in einem aktuellen Video. Prigoschin hatte kürzlich den Abzug aus Bachmut vom 25. Mai bis 1. Juni angekündigt, nachdem er die Stadt für vollständig erobert erklärt hatte.

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Wagner-Söldner in Bachmut: Jewgeni Prigoschin, Chef der Söldnertruppe Wagner, kündigte den Abzug der Gruppe aus Bachmut an. (Quelle: IMAGO/Ivan Rodionov)

Die Wagner-Söldner sollen danach von regulären russischen Truppen ersetzt werden. Die Ukraine bestreitet, dass russische Truppen Bachmut vollständig eingenommen haben.

Moskau und Minsk besiegeln Atomwaffen-Stationierung

09.01 Uhr: Russland treibt die angekündigte Stationierung taktischer Atomwaffen im Nachbarland Belarus voran. Die Verteidigungsminister beider Länder unterzeichneten ein Dokument zu der Stationierung, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldet. Heimischen Medien zufolge warf der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu zudem dem Westen vor, einen "unerklärten Krieg" gegen Russland und Belarus zu führen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte im März eine Stationierung taktischer Atomwaffen in Belarus angekündigt. Der Bau eines Lagers für die Atomwaffen sollte den damaligen Angaben zufolge bis Juli abgeschlossen sein. Belarus ist der engste Verbündete Russlands bei dessen Krieg gegen die Ukraine, hat allerdings keine eigenen Truppen in die Kämpfe geschickt.

Angeblich wegen Anschlagsplänen: Zwei Ukrainer in Russland festgenommen

8.11 Uhr: Der russische Geheimdienst FSB hat eigenen Angaben zufolge zwei Ukrainer festgenommen, die angeblichen geplant haben, Strommasten von Atomkraftwerken in Russland in die Luft zu jagen. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur RIA.

Bericht: Südkorea liefert doch Munition

5.23 Uhr: Südkorea rückt einem Zeitungsbericht zufolge von seiner bisherigen Haltung ab und liefert nun doch Munition für die Ukraine. Die Regierung in Seoul habe mit Washington eine "vertrauliche Vereinbarung" getroffen, Artilleriegeschosse zunächst in die USA zu überführen, von wo aus sie dann an die Ukraine geliefert werden, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Der Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums, Jeon Ha-kyu, bestätigt, dass es Gespräche mit dem Pentagon über Munitionsexporte gegeben habe. Der "WSJ"-Bericht enthalte jedoch "ungenaue Teile". Er lehnt es ab, Einzelheiten zu nennen. Südkorea ist ein wichtiger Hersteller von Artilleriegeschossen. Bislang lieferte das Land unter Verweis auf die Beziehungen zu Russland keine tödlichen Waffen an die Ukraine.

Luftalarm quer durch die Ukraine

5.15 Uhr: In zahlreichen Gebieten der Ukraine ist in der Nacht zum Donnerstag erneut Luftalarm ausgelöst worden. Nach Behördenangaben war die Luftabwehr auch in der Umgebung der Hauptstadt Kiew aktiv. Insbesondere wurde die Bevölkerung vor Drohnenangriffen gewarnt und dazu aufgerufen, bis zur Entwarnung in Schutzeinrichtungen zu bleiben. Ukrainische Medien berichteten von Explosionen in Kiew und westlichen Regionen der Ukraine.

Kremlsprecher: Russland würde in Belarus eingreifen

4.45 Uhr: Russland würde im Falle eines bewaffneten Volksaufstands in Belarus eingreifen: Das hat Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber der Nachrichtenagentur Ria Nowosti angedeutet. Er bezieht sich auf ein Szenario, in dem der Machthaber Alexander Lukaschenko gestürzt würde. "Dieses Nachbarland ist unser Partner, Verbündeter und Bruderstaat. Natürlich hat die Russische Föderation Verpflichtungen hinsichtlich der Gewährleistung der Sicherheit von Belarus, was wir angesichts einer so offensichtlichen Bedrohung tun werden", wird Peskow zitiert.

Zuvor hatte der polnische General Waldemar Skrzypczak gesagt, er glaube, dass in Belarus eine reale Aussicht auf einen bewaffneten Aufstand besteht. Er hatte sein Land aufgefordert, sich auf einen solchen Fall vorzubereiten. Peskow warf Polen vor, offen über eine Intervention in die Angelegenheiten eines anderen Landes eingreifen zu wollen.

Unter Alleinherrschern: Der belarussische Diktator Lukaschenko (l.) und Russlands Diktator Wladimir Putin (Archivbild).

Unter Alleinherrschern: Der belarussische Diktator Lukaschenko (l.) und Russlands Diktator Wladimir Putin (Archivbild). (Quelle: SPUTNIK)

Selenskyj: F-16 wären starkes Signal an Russland

2.23 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verbindet große Hoffnungen mit den in Aussicht gestellten Kampfjets des US-Typs F-16. Sie würden nicht nur die Verteidigung des Landes stärken, sondern wären ein starkes Signal dafür, dass Russland mit seiner Aggression scheitern werde, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache am Mittwoch.

US-Präsident Joe Biden hatte am Rande des G7-Gipfels führender demokratischer Wirtschaftsmächte vergangene Woche grundsätzlich den Weg dafür freigemacht, im Rahmen einer Koalition von Verbündeten F-16-Jets an die Ukraine zu liefern. Ukrainische Kampfpiloten sollen zum Fliegen der Maschinen ausgebildet werden.

Bericht: USA vermuten Ukraine hinter Kreml-Angriff

23.12 Uhr: Die USA sollen einem Bericht zufolge davon ausgehen, dass für den Drohnen-Vorfall auf dem Kreml-Gelände in Moskau wahrscheinlich eine militärische oder geheimdienstliche Spezialeinheit der Ukraine verantwortlich ist. Die US-Geheimdienste wüssten nicht, welche Einheit den Angriff ausgeführt habe, berichtete die "New York Times" am Mittwoch unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen in der US-Regierung. Unklar sei auch, ob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj oder seine Spitzenbeamten Kenntnis von der Aktion gehabt hätten.

Die US-Geheimdienste sind dem Bericht der Zeitung zufolge unter anderem durch abgefangene Nachrichten zu ihrer vorläufigen Einschätzung gelangt. Allerdings gebe es nur einen "niedrigen" Grad der Gewissheit. Das liege vor allem daran, dass die US-Geheimdienste noch keine konkreten Beweise dafür hätten, welche Regierungsbeamten, ukrainische Einheiten oder Agenten beteiligt gewesen seien, schrieb die Zeitung weiter. In den abgehörten Nachrichten würden Vertreter der Ukraine unter anderem sagen, sie glaubten, ihr Land sei für den Angriff verantwortlich.

Russland hatte Anfang Mai erklärt, es seien zwei Drohnen zum Absturz gebracht worden, die auf das Kreml-Gelände zugeflogen seien.

Nach Angriff auf Belgorod: Milizen wieder in der Ukraine

21.29 Uhr: Zwei Tage nach dem Angriff auf die russische Region Belgorod von der Ukraine aus haben die sich zur Tat bekennenden Milizen ihre Mission als "Erfolg" gepriesen. "Jede Überquerung der russischen Staatsgrenze und erfolgreiche Rückkehr kann man definitiv als Erfolg bezeichnen", sagte Denis Kapustin, Anführer des "Russischen Freiwilligenkorps", am Mittwoch im Norden der Ukraine vor Journalisten. Der Gründer der rechtsextremistischen Kampfsportmarke "White Rex" ist eine bekannte Figur in der Hooligan- und rechtsextremen Szene. Mehr zu den Milizen und ihren Anführern lesen Sie hier.

Gemeinsam mit der Miliz "Freiheit für Russland" waren die Kämpfer nach eigenen Angaben fast 24 Stunden in Russland. "Die Operation dauert an", sagte Kapustin. "Jede Operation, die auf dem Territorium Russlands stattfindet, zwingt die Militärführung dazu, eine große Anzahl von Kräften zu genau dem Quadranten zu verlegen und damit einige Teile der Front, Teile der Grenze freizulegen", sagte Kapustin. Lesen Sie hier mehr über die Stellungnahmen der Milizen.

Deutschland begrüßt Tschechiens Leo-Pläne

20.11 Uhr: Deutschend begrüßt das Interesse Tschechiens an einer gemeinsamen Beschaffung von Leopard-Panzern. "Der Einstieg Tschechiens in einen deutschen Vertrag ist ein großer Schritt in Richtung Zeitenwende", erklärt Verteidigungsminister Boris Pistorius. "Darüber hinaus wird Deutschland seiner Rolle als Führungsnation in der Panzerkoalition gerecht. Auf diese Weise können die Lücken wieder gefüllt werden."

Das Verteidigungsministerium beabsichtigt demnach den Kauf von 18 Leopard 2 A8 Kampfpanzern als Ersatz für die an die Ukraine abgegebenen Leopard 2 A6. In diesem Zusammenhang seien weitere Partnernationen eingeladen, sich der Beschaffung anzuschließen, heißt es.

Schweizer Regierung stimmt Panzer-Verkauf an Deutschland zu

18.17 Uhr: Die Regierung der Schweiz spricht sich für die Abgabe von 25 ausgemusterten Kampfpanzern an Deutschland aus. Nachdem diese Position am Mittwoch festgelegt wurde, sind das Parlament und die staatlichen Exportkontrolleure der Schweiz am Zug.

Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatten im Februar um den Rückverkauf der Panzer vom Typ Leopard 2 an den deutschen Hersteller, den Rüstungskonzern Rheinmetall, gebeten. Damit sollen Panzer ersetzt werden, die an die Ukraine geliefert werden. Die Minister sicherten der neutralen Schweiz zu, die Kriegsgeräte nicht an die Ukraine weiterzugeben.

Bundeswehr erhält 18 neue Leopard-2-Panzer

17.37 Uhr: Als Ausgleich für Panzerlieferungen an die Ukraine erhält die Bundeswehr 18 neue Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A8. Der Haushaltsausschuss des Bundestags gab dafür am Mittwoch nach Teilnehmerangaben rund 525 Millionen Euro frei. Ende März hatte die Ukraine von Deutschland 18 Exemplare der modernen Leopard-2A6-Panzer erhalten.

Von einem "wichtigen Baustein für die Verteidigungsfähigkeiten der Streitkräfte", sprach der FDP-Haushaltspolitiker Karsten Klein. Man ersetze nicht nur das an die Ukraine abgegebene Material, sondern statte den Kampfpanzer mit neuen Abwehrsystemen aus.

Der Leopard 2 gilt als Hauptwaffe der deutschen Panzertruppe. Er wird seit 1978 in Serie gebaut und laufend modernisiert. Das Vorgängermodell Leopard 1 – der erste Kampfpanzer, der für die Bundeswehr nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde – war bei der Bundeswehr vor 20 Jahren ausgemustert worden.

Russisches Militär: Kriegsschiff überstand Schnellboot-Angriff

17.02 Uhr: Ein russisches Kriegsschiff ist nach Militärangaben aus Moskau im südlichen Schwarzen Meer von drei unbemannten Schnellbooten angegriffen worden. Russlands Verteidigungsministerium machte für die Attacke vom frühen Mittwochmorgen die Ukraine verantwortlich.

Die Boote seien zerstört worden, sagte ein Sprecher den Nachrichtenagenturen Itar-Tass und Interfax zufolge. Das angegriffene Aufklärungsschiff "Iwan Churs" befindet sich demnach etwa 140 Kilometer nordöstlich von der Bosporus-Meerenge, um Erdgasleitungen abzusichern. Im April vergangenen Jahres war das Flaggschiff "Moskwa" der russischen Schwarzmeerflotte gesunken, nach ukrainischen Angaben wurde es von zwei Raketen getroffen.

Tschechien will mit Deutschland Leo-Panzer kaufen

16.34 Uhr: Tschechien kündigt Gespräche mit der Bundesregierung über einen gemeinsamen Kauf von Panzern des Typs Leopard 2A8 von KMW an. Das gab Verteidigungsministerin Jana Černochová bekannt. Ihrem Büro zufolge könnte die tschechische Armee etwa 70 Panzer bis 2030 erwerben. Ministerpräsident Petr Fiala gab zudem eine Genehmigung für den Kauf von 246 Schützenpanzern bekannt. Es handle sich um gepanzerte Kettenfahrzeuge des Typs CV90, hergestellt von einer schwedischen Tochter von BAE Systems.

USA-CZECH/DEFENCE

Die tschechische Verteidigungsministerin Jana Černochová (r.) mit ihrem US-amerikanischen Amtskollegen Lloyd Austin im September 2022 in Prag. (Quelle: DAVID W CERNY)

Ausländer müssen wegen Kampfes für Ukraine vor russisches Gericht

14.56 Uhr: Weil sie an der Seite der Ukraine gegen die russische Armee gekämpft haben, sollen fünf Ausländer in Russland vor Gericht gestellt werden. Der Prozess soll am 31. Mai beginnen, wie die staatliche russische Agentur RIA Nowosti am Mittwoch meldete. Demnach sind drei Briten, ein Schwede und ein Kroate angeklagt.

Ukrainische Soldaten: Auf Seiten der Armee kämpfen auch ausländische Söldner.

Ukrainische Soldaten: Aufseiten der Armee kämpfen auch ausländische Söldner. (Quelle: Kaniuka Ruslan/imago images)

Steinmeier: Deutschland beteiligt sich an Stärkung der Nato-Ostflanke

14.44 Uhr: Deutschland wird nach Angaben von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen Beitrag zur weiteren Stärkung der Nato-Ostflanke als Reaktion auf den Ukraine-Krieg leisten. Man sei nicht nur bereit, die Nato allgemein in ihrer Verteidigungsfähigkeit stärker zu unterstützen, sagte Steinmeier am Mittwoch in der rumänischen Hauptstadt Bukarest nach einem Gespräch mit Präsident Klaus Iohannis. "Sondern wir wissen insbesondere, dass die Ostflanke gestärkt werden muss, auch durch Präsenz gestärkt werden muss."

Steinmeier verwies auf die dazu bereits von Deutschland geleisteten Beiträge – zum Beispiel die Beteiligung an der Luftraumüberwachung am östlichen Rand des Bündnisses. Derzeit arbeite die Nato diesbezüglich an einem Konzept für die Zukunft. "Deutschland wird sich seiner Verantwortung dabei nicht entziehen", betonte der Bundespräsident. Zugleich versicherte er Iohannis: "Wir sehen die rumänischen Sicherheitsbedürfnisse mit ganz besonderer Sensibilität."

Schoigu kündigt nach Angriffen "extrem harte" Reaktion an

13.57 Uhr: Nach erneuten Meldungen über Drohnenangriffe auf die an die Ukraine grenzende russische Region Belgorod hat Verteidigungsminister Sergei Schoigu eine harte Reaktion auf erneute Angriffe auf russisches Staatsgebiet angekündigt. Russland werde weiterhin "schnell und extrem hart auf solche Aktionen ukrainischer Kämpfer" reagieren, erklärte Schoigu am Mittwoch dem Verteidigungsministerium zufolge vor Offizieren.

Der Minister bekräftigte Angaben vom Vortag, dass das Militär nach dem bisher gravierendsten Angriff auf russisches Staatsgebiet seit Beginn von Moskaus Offensive in der Ukraine "mehr als 70 ukrainische Terroristen" getötet habe. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Zu dem Angriff, in dessen Folge nach offiziellen russischen Angaben ein Zivilist getötet wurde und eine Frau während der Evakuierung ihrer Wohnung an Herzversagen starb, hatten sich zwei russische, gegen Präsident Wladimir Putin gerichtete Gruppen bekannt.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu steht nach weiteren Rückschlagen an der Front in der Ostukraine unter Druck.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu. (Quelle: IMAGO/Gavriil Grigorov/Kremlin Pool)

Kreml: Nicht an Einfrieren des "Konflikts" in der Ukraine interessiert

13.46 Uhr: Der Kreml ist nach eigenen Angaben nicht an einem Einfrieren des "Konflikts" in der Ukraine interessiert. Russland werde die militärische Spezialoperation bis zum Ende führen, bis es seine Interessen durchgesetzt und seine Ziele erreicht habe – entweder im Zuge der Kämpfe oder durch "andere zur Verfügung stehende Mittel", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Moskau bezeichnet seinen Krieg gegen die Ukraine als "militärische Spezialoperation".

Laut Peskow gibt es derzeit keine Anzeichen für die Möglichkeit einer friedlichen Lösung. Verhandlungen mit Kiew seien unmöglich, weil die ukrainische Führung selbst "Verhandlungen in irgendeiner Art mit Russland verboten" habe. Tatsächlich hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Abzug russischer Truppen aus den besetzten Gebieten als Voraussetzung für Gespräche genannt.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat derweil vor dem Hintergrund des von ihm befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine in einer Videobotschaft für eine Sicherheitskonferenz in Moskau von "zunehmender Instabilität in der Welt" gesprochen. Schuld sei der Westen, der versuche, seine globale Dominanz auf Kosten anderer Länder zu wahren. Den westlichen Staaten, die der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen die russische Invasion unter anderem mit Waffenlieferungen helfen, warf der Kremlchef einmal mehr "Neokolonialismus" vor.

Polnischer General erwartet Aufstand in Belarus

12.54 Uhr: Der polnische General Waldemar Skrzypczak, ehemaliger Befehlshaber der polnischen Landstreitkräfte und ehemaliger stellvertretender Verteidigungsminister, hat gesagt, Polen solle sich auf einen kommenden Aufstand gegen Lukaschenko in Belarus vorbereiten. Das Land solle diese militärischen Formationen genauso unterstützen, wie es die Ukraine unterstützt, sagte er dem Portal "Visegrád 24" zufolge.

https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100179580/ukraine-krieg-beginnt-jetzt-die-gegenoffensive-.html