"Historische Dürre": Region begrenzt privaten Wasserverbrauch

Das Wasser wird knapp, deshalb gelten ab Juli Einschränkungen in der Region Hannover.

Es ist das erste Mal, dass die Region Hannover zu diesem Mittel greift: Sie beschränkt den Wasserverbrauch für Privathaushalte. Eine entsprechende Verordnung tritt am 6. Juli in Kraft, so Klaus Abelmann, Sprecher der Region Hannover. "Wir haben eine historische Dürre in Folge der Klimakrise", begründete er das im Gespräch mit t-online.

Die konkrete Maßnahme, die die Region Hannover nun bekannt gegeben hat, sieht wie folgt aus: Ab 24 Grad Celsius dürfen in der Zeit von 11 bis 18 Uhr keine land- und forstwirtschaftlichen Flächen, öffentlichen und privaten Grünanlagen wie Gärten und Parks sowie Sportanlagen (Tennis, Fußball, Golf) mit stationären und mobilen Anlagen bewässert werden. Dazu zählen auch Rasensprenger. Die Regelung tritt am 6. Juli 2023 in Kraft und gilt sowohl für Wasserentnahmen aus dem öffentlichen Versorgungsnetz als auch aus Brunnen und Oberflächengewässern.

Damit wolle man dazu beitragen, Wasser zu sparen und so der "Verschärfung der Situation hinsichtlich der fortlaufenden Zehrung unseres Wasserdargebots im Zuge des festzustellenden Klimawandels entgegenwirken", so Regionspräsident Steffen Krach.

Allgemeinverfügung bis Ende September gültig

Die Allgemeinverfügung wird bis zum 30. September 2023 gelten, kann aber vorher widerrufen werden, sollte sich die Situation ändern.

Die Region Hannover gehört zu den Landesteilen, in denen es derzeit besonders trocken ist. Das zeigt etwa der Dürremonitor des Helmholtz-Instituts für Umweltforschung: Für die Region gilt aktuell die höchste Dürre-Warnstufe 5. Es zeichnet sich eine "außergewöhnliche Dürre" im Gesamtboden ab. Der Oberboden bis 25 Zentimeter Tiefe ist laut Monitor aktuell größtenteils "ungewöhnlich trocken", in Teilen zeigt sich auch eine schwere Dürre. Auch der Regen von Donnerstag und Freitag wird den drohenden Wassermangel vermutlich nicht abwenden können.

Niedersachsen: Dürremonitor Gesamtboden

(Quelle: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Auch andere Landkreise in Niedersachsen haben bereits auf die anhaltende Trockenheit und die niedrigen Grundwasserstände reagiert. Der Landkreis Nienburg etwa hat Anfang Juni mit einer Allgemeinverfügung die Einschränkung von Wasserentnahmen aus Brunnen und aus der öffentlichen Wasserversorgung erlassen. Ab einer Temperatur von 24 Grad dürfen Bürger ihre Gärten in der Zeit von 11 bis 19 Uhr nicht mehr mit Wasser aus Brunnen und der öffentlichen Wasserversorgung beregnen.

Der Landkreis Peine schränkt die Beregnung von Grünflächen auf ähnliche Weise ein. Dort ist das Bewässern zwischen 12 und 18 Uhr ab einer Temperatur von 24 Grad verboten. Gleiches gilt im Kreis Vechta.

https://www.t-online.de/region/hannover/id_100196224/deutschland-region-begrenzt-privaten-wasser-verbrauch-ab-24-grad.html