Flughafen BER will nicht auf Privatjets verzichten

Die Flughafengesellschaft FBB lehnt ein Verbot von Privatjets am BER ab.

Ein Sprecher der FBB verwies auf den Planfeststellungsbeschluss und das Luftverkehrskonzept Berlin-Brandenburg, wonach die Infrastruktur für den Geschäftsreiseluftverkehr bereitgestellt werden müsse. "Auch damit trägt der Flughafen BER zur wirtschaftlichen Entwicklung der Hauptstadtregion bei", so der Sprecher auf Nachfrage des rbb.

Zuvor hatten die Berliner Linken gefordert, den Privatjets aus Umweltgründen keine Start- oder Landeerlaubnis am BER zu erteilen und damit dem Beispiel des Amsterdamer Flughafens Schiphol zu folgen. Zuerst hatte die "taz" berichtet.

Linke: Privatflugzeuge am BER nur gering ausgelastet

2022 waren am sogenannten General Aviation Terminal des BER (GAT) 9.850 Privatjets gestartet oder gelandet, die hauptsächlich von Geschäftsreisenden genutzt werden. Das waren gut 500 Maschinen mehr als im letzten Jahr vor der Pandemie an den damaligen Flughäfen Schönefeld und Tegel. 2020 brachen die Zahlen dann durch die Pandemiemaßnahmen auf weniger als 1.000 Flüge ein, verzehntfachten sich aber bereits 2021 wieder.

Die beiden Berliner Linken-Politiker Katalin Gennburg und Ferat Koçak verweisen in einer aktuellen parlamentarischen Anfrage an den Senat auf die geringe Auslastung der Privatjets. Demnach saßen 2022 im Schnitt nur 3 Personen in den Maschinen. Zudem gebe es zwischen den am häufigsten angeflogenen Zielen der Geschäftsflieger, allen voran München, Zürich, Köln/Bonn und Mallorca Dutzende Linienflugverbindungen.

Recherche: Privatflüge verursachen Millionen Tonnen Treibhausgase

Die Zahl der Privatjet-Flüge in Deutschland ist bis Ende 2022 auf Rekordniveau gestiegen. Insgesamt mehr als 94.000 Starts von Flugzeugen aus dem sogenannten Business-Segment verzeichnete die Luftkontroll-Organisation Eurocontrol - also etwa 260 Flüge täglich, ein Zuwachs von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit wurden auch mehr klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen - vor allem durch viele Kurzstreckenflüge, wie eine Recherche von NDR und "Süddeutscher Zeitung" Anfang des Jahres zeigte.

Europaweit haben Privatjets 2022 demnach insgesamt etwa zehn Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen, mehr als eine Million davon in Deutschland. Das zeigten Daten zu den geflogenen Strecken, den genutzten Flugzeug-Typen und den Kerosinverbräuchen, die NDR und "Süddeutsche Zeitung" ausgewertet hatten.

https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2023/05/berlin-brandenburg-flughafen-ber-verbot-pivatjets-starts-landungen-linke.html