Der Airbus A380 fliegt ab morgen wieder

Eigentlich waren die Superjumbos vom Typ A380 schon längst zu groß für einen effizienten Dauereinsatz. Doch nun kommt der Flieger wieder zum Einsatz.

Die Lufthansa hat ihr größtes Flugzeug nach drei Jahren Pause wieder in Betrieb genommen. Bereits ab 1. Juni soll der Airbus A380 mit der Kennung D-AIMK den Sommer über täglich nach Boston fliegen. Zum 4. Juli soll eine tägliche Verbindung zwischen München und New York hinzukommen.

50.000 zusätzliche Passagiere in diesem Sommer

Die Reaktivierung – die bereits im Februar angekündigt worden war – kam überraschend. Denn über Jahre hinweg herrschte Konsens darüber, dass die Airlines eher nach kleineren und sparsameren Modellen suchen. Nun erhole sich der Markt nach der Corona-Pandemie aber unerwartet schnell und die Kapazität der A380 mit jeweils 509 Plätzen werde dringend benötigt, sagte Lufthansas Airline-Chef Jens Ritter der Nachrichtenagentur dpa.

Allein in diesem Sommer könnten rund 50.000 zusätzliche Passagiere befördert werden, im kommenden Jahr sollen es sogar rund eine Million Passagiere sein, für die es ohne A380 keine Plätze und Tickets gegeben hätte.

Sechs A380 werden aus Spanien zurückgeholt

Die A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt und galt einige Jahre lang als Symbol der technischen Leistungsfähigkeit, wenn nicht sogar Überlegenheit des europäischen Airbus-Verbundes. Doch schnell stellte sich heraus, dass ein kosten- und umweltgünstiger Betrieb des Vierstrahlers nur möglich ist, wenn nahezu alle Plätze verkauft werden. Das war global nur auf wenigen Strecken möglich und führte dazu, dass letztlich nur 251 der Riesenvögel gebaut wurden. Zum Vergleich: Vom Boeing-Jumbo 747 wurden in einer allerdings deutlich längeren Spanne 1.574 Exemplare ausgeliefert.

Spätestens mit Beginn der Corona-Pandemie entpuppte sich die A380 als unrentabel. Die Lufthansa parkte ihre Flotte auf dem spanischen Flughafen Teruel. Von dort sollen nun sechs der Riesenflieger zurückgeholt werden. Angaben zu den Kosten der Aktion hat der Konzern bislang nicht gemacht. Für jeden eingemotteten Flieger ist ein Millionenaufwand einzuplanen.

Buchungslage für Premierenflug ist gut

Die Buchungslage für den Premierenflug und die nachfolgenden Termine sei sehr gut, sagt Lufthansa-Sprecherin Bettina Rittberger. Es gebe sogar Gäste, die extra auf den Flugzeugriesen gewartet hätten, weil dieser so geräumig und leise sei. "Es gibt kein schöneres und ruhigeres Fluggefühl als in der A380", sagt beispielsweise Vielflieger Torsten Gründer. Ab Ende Oktober lauten die A380-Ziele ab München dann Bangkok und Los Angeles.

Noch über Pfingsten hätten die künftigen Piloten ein umfangreiches Trainingsprogramm mit Starts und Landungen an den Flughäfen LeipzigPrag und Wien absolviert, heißt es von der Lufthansa. Die Fluggesellschaft benötigt den Angaben zufolge für jede einzelne A380 rund 20 Piloten und Pilotinnen sowie rund 400 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter mit gültigen Lizenzen.

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