DDR-Legende Klaus Feldmann ist tot

Trauer um Klaus Feldmann: Der frühere Sprecher der DDR-Nachrichten "Aktuelle Kamera" ist am Montag gestorben. Er wurde 87 Jahre alt.

Der langjährige Nachrichtensprecher im DDR-Fernsehen, Klaus Feldmann, ist tot. Der Journalist starb am Montag "nach langer Krankheit in den Armen seiner Frau", wie eine Sprecherin des Eulenspiegel-Verlags am Dienstag sagte. Er wurde 87 Jahre alt.

Seine Karriere als Journalist startete Klaus Feldmann bereits in den Fünfzigerjahren. 1957 wurde er Nachrichtensprecher beim Deutschlandsender der DDR. Anfang der Sechzigerjahre wechselte der damals 25-Jährige dann zur "Aktuellen Kamera" und las dort die Meldungen des Tages.

14 Mal Fernsehliebling der DDR

Insgesamt war Feldmann von 1961 bis 1989 als Nachrichtensprecher im DDR-Fernsehen zu sehen. Bei den Zuschauern vor den Bildschirmen kam der Journalist gut an. So wurde er 14 Mal vom Publikum zum Fernsehliebling der DDR gewählt.

1961 wechselte Klaus Feldmann zur "Aktuellen Kamera".

1961 wechselte Klaus Feldmann zur "Aktuellen Kamera". (Quelle: Jens Wolf / dpa)

Nach seiner Karriere vor der Kamera startete Feldmann dann als Pressereferent bei der Prüfgesellschaft Dekra. Später arbeitete er als Sprecher und Redakteur von lokalen Fernsehsendern. Zudem schrieb er mehrere Bücher und war auch mit Lesungen unterwegs.

Er wollte dieses Jahr auf Lesereise gehen

Zuletzt veröffentlichte er 2016 ein Buch mit dem Titel "Verhörte Hörer", in dem er Geschichten aus Rundfunk und Fernsehen im Sozialismus präsentierte, die eigentlich nie hatten passieren sollten. So erinnerte er an Versprecher wie "demokratische Hodenreform" oder "bunte Transparente und Bruchbänder" oder das "Pilotbüro der SED".

Zuletzt veröffentlichte Klaus Feldmann 2016 ein Buch mit dem Titel "Verhörte Hörer".

Zuletzt veröffentlichte Klaus Feldmann 2016 ein Buch mit dem Titel "Verhörte Hörer". (Quelle: Christophe Gateau / dpa)

Während das bei Zuhörern und Zuschauern in der DDR oft als Komik ankam, hätten etliche Kollegen ständig Angst gehabt, dass ihnen der Zungensalat politisch negativ ausgelegt wird, schrieb Feldmann. Er erinnerte auch daran, dass eine Nachricht über Erich Honecker immer an erster Stelle verlesen werden musste – aber nicht ohne Titel: Generalsekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und Vorsitzender des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik.

Mit einer geplanten neuen Auflage des Buches, die in drei Wochen erscheinen soll, habe er eigentlich dieses Jahr auf Lesereise gehen wollen, sagte die Verlagssprecherin. Doch jetzt ist Klaus Feldmann zuvor gestorben.

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