Berlin stellt Fußgänger-Grün in alle Richtungen ab

Nach 23 Jahren ist Schluss für die "Rundum-Grün-Ampel": Die Kreuzung Koch- und Friedrichstraße kann nicht mehr diagonal überquert werden. Das sind die Gründe.

Berlin will einen Ampelversuch mit einer Grünphase für Fußgänger in alle Richtungen nach 23-jähriger Testphase einstellen. Zu Fuß kann die Kreuzung von Kochstraße und Friedrichstraße am Checkpoint Charlie bei Grün bisher auch diagonal überquert werden. Die Schaltung der Verkehrsampel führe zu längeren Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer, hieß es am Dienstag zur Begründung bei der Verkehrsverwaltung. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet.

Auswertungen des Versuchs haben den Angaben zufolge gezeigt, dass die Akzeptanz deutlich leide. Deswegen seien keine weiteren Umsetzungen in Berlin geplant. Das Prinzip sei für deutsche Städte ungewöhnlich und werde von vielen nicht erkannt, hieß es.

Fußgängerverband: Entscheidung passt zur neuen Senat-Linie

Zudem werde es aufgrund des U-Bahnausgangs auf der relativ kleinen Mittelinsel regelmäßig sehr voll. Dadurch bedingt komme es zu zahlreichen Rotlichtverstößen des Fußverkehrs. Dies sei im Sinne der Verkehrssicherheit nicht mehr tragfähig. Umgebaut werden soll nicht vor 2024.

Für den Fußgängerverband Fuss e.V. passt diese Entscheidung zur neuen Linie des Senats, dem es allein darum, Fahrzeugen länger Grün zu verschaffen – auf Kosten der Fußgänger, teilte Sprecher Roland Stimpel dem Tagesspiegel mit.

https://www.t-online.de/region/berlin/id_100195380/berlin-stellt-fussgaenger-gruen-am-checkpoint-charlie-in-alle-richtungen-ab.html